Musical-Theater Basel, Basel BS

Aus Theaterlexikon
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Gastspielbetrieb für Musik- und Tanztheater

Von Januar bis Mai 1994 gastierte Vincent und →Eynar Grabowskys Produktion von Lloyd Webbers "Cats", die während rund drei Jahren im →Musical-Theater Zürich erfolgreich aufgeführt worden war, in der Messehalle 106 der Messe Basel. Nachdem Anfang 1994 ein Gesuch der Brüder Grabowsky, das Musical-Theater Zürich für Lloyd Webbers "The Phantom of the Opera" umzubauen, von den Zürcher Behörden abgelehnt worden war, bot sich nun in Basel die Möglichkeit, ein permanentes Theater ausschliesslich für Musical-Produktionen zu errichten. In die Ausstellungshalle 107 liess die Messe Basel mit einem einmaligen Beitrag von zehn Millionen Franken des Kantons Basel-Stadt das M. einbauen. Am 25.9.1995 fand die Eröffnungsfeier statt, am 12.10.1995 hatte "The Phantom of the Opera" Premiere. Als Produzentin trat Lloyd Webbers Produktionsfirma "Really Useful Group" (RUG) auf; Eynar Grabowsky, der ursprüngliche Initiator einer Aufführung dieses Musicals in der Schweiz, hatte seine Rechte aus einer finanziellen Notlage heraus an die RUG zurückgegeben. Am 27.7.1997 musste das Musical wegen zu geringen Besucherzahlen abgesetzt werden. Vom Oktober 1997 bis Februar 1998 wurde Gershwins "Crazy for You!", koproduziert von der Messe Basel und Wolfgang Bocksch, im M. aufgeführt. Anschliessend stand das M. – abgesehen von einem Gastspiel des Zürcher Balletts unter →Heinz Spoerli – während mehrerer Monate leer. Am 1.10.1998 verpachtete die Messe Basel, die sich seither nur noch als Vermieterin des M. betätigt, das Theater an die Freddy Burger Management Group, die auch das Zürcher Theater →Stadthof 11 betreibt. Ihr obliegt die Betriebsführung und Programmgestaltung des M. Sie vermietet es an Veranstalter von Produktionen weiter, die den Theaterbetrieb auf eigenes Risiko führen oder wirkt als Koproduzentin. Es werden seither verschiedenartige Veranstaltungen mit kürzerer Spieldauer angeboten. Auf dem Programm stehen Musical, Oper, Tanz, Konzerte, Comedy und Shows. Zur Aufführung gelangten unter anderem die Musicals "Grease" von Jim Jacobs/Warren Casey (2000 während dreieinhalb Monaten), "Chicago" von John Kander (2000/01), "Chess" von Benny Andersson/Bjørn Ulvaeus (2001), "Jesus Christ Superstar" und "Evita" von Lloyd Webber (beide 2002) sowie die Tanzperformances "Stomp", "Tap Dogs" und "Gumboots". Seit 2000 findet im M. das Sommer Festival Basel statt. Ausserdem beherbergt das M. seit 1997 das Festival →Basel tanzt.

Spielstätte

Feldbergerstr. 151, 4057 Basel. Ehemalige Ausstellungshalle, 1995 Umbau zum Theater (Architekten: Burckhard & Partner, Basel). Guckkastenbühne, hufeisenförmiger Zuschauerraum mit Parkett und einem Balkon. Platzkapazität: 1557 Plätze. Bühne: 17 m breit, 22,4 m hoch, 16 m tief. Portal: 14 m breit, 10 m hoch. Orchestergraben: überbaubar, als Vorbühne nutzbar. Seitenbühnen: je 7 m breit und 16 m hoch, Hinterbühne: 16,7 m breit, 6 m tief.



Autorin: Michèle Suchy



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suchy, Michèle: Musical-Theater Basel, Basel BS, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1300–1301.