Nata Tüscher

Aus Theaterlexikon
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* 13.3.1912 Bern, † 28.8.2002 Zürich, eigentlich Natascha T.

Gesangsstudium an den Konservatorien Bern und Biel sowie in Berlin bei Marie Schulz-Dornburg. Engagements 1937–40 am Deutschen Opernhaus Berlin-Charlottenburg und 1946–49 am →Stadttheater St. Gallen. Mit ihrer dunkel gefärbten, doch gleichwohl höhensicheren Stimme vermochte T. nicht nur Mezzosopranpartien, sondern auch Aufgaben aus dem jugendlich-dramatischen Sopranfach zu übernehmen. Während sie anfänglich in Berlin häufig in Hosenrollen – so etwa als Hänsel in Humperdincks "Hänsel und Gretel", Ramiro in Mozarts "La finta giardiniera", Orlofsky in Johann Strauß’ "Die Fledermaus"– auftrat, kam in St. Gallen ein vielfältiges Repertoire aus Opern und Operetten hinzu: so beispielsweise Marta in d’Alberts "Tiefland", Marie in Smetanas "Die verkaufte Braut", die Titelpartien in Bizets "Carmen" und →Ruggero Leoncavallos "Zazà", Christine in der szenischen Uraufführung von →Heinrich Sutermeisters "Die schwarze Spinne" (1949, Regie: →Karl Gotthilf Kachler, musikalische Leitung: →Silvio Varviso), Agathe in Webers "Der Freischütz" sowie Lisa in Lehárs "Das Land des Lächelns" und Laura in Millöckers "Der Bettelstudent". Bis 1959 gastierte sie unter anderem am Landestheater Salzburg (Hanna Glawari in Lehárs "Die lustige Witwe"), am Raimund-Theater Wien (Sonja in Lehárs "Der Zarewitsch"), am →Stadttheater Bern (unter anderem als Cleopatra in Händels "Giulio Cesare in Egitto" sowie in den Titelrollen von Bizets "Carmen", Puccinis "Tosca", →Othmar Schoecks "Massimilla Doni" 1956/57 und Verdis "Aida") und am →Stadttheater Zürich (wiederum als "Carmen" 1957/58). Bis gegen Ende der sechziger Jahre zahlreiche Konzertverpflichtungen. Mehrere Schallplatteneinspielungen.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Nata Tüscher, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1979.

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