Nelly Bütikofer

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* 4.11.1948 Kriegstetten SO.

1968 Handelsdiplom an der kantonalen Handelsschule Solothurn. 1972–76 Tanzausbildung bei →Frédéric Stebler an der Grande Ecole de danse in Bern, bei →Annemarie Parekh (Graham-Technik) und →Armin Wild in Zürich. 1976–79 Tänzerin beim →Schweizer Kammerballett, Zürich ZH (Leitung: →Jean Deroc). 1976–84 leitete B. eine eigene Ballettschule in Zürich. Ab 1981 freischaffende Tänzerin und Choreografin. 1982 Gründung des Dance Art Ensembles und erste Choreografien. Zu den frühen Eigenproduktionen zählen 1982 "Programm 82" und 1983 "Zum Thema Frau oder: Der verzweifelte Versuch, Erwartungen zu erfüllen", mit dem das Ensemble im gleichen Jahr am →Zürcher Theaterspektakel, Zürich ZH gastierte. "5 x 5", Tanzvariationen für fünf Frauen und fünf Stühle, entstand 1984. 1985 gründete B. das Tanztheater Nelly Bütikofer, das seine Produktionen mit jeweils wechselnden Mitgliedern auf Tournee zeigte. Die erste Arbeit war 1985 "Bandage – Passage" (im Rahmen des Festivals →Tanznovember auf der Studiobühne des →Opernhauses Zürich); es folgten 1987 "Albumblatt für Adolf Wölfli", ein Tanz- und Theaterstück mit Musik, nach Texten von →Adolf Wölfli (Keller des →Schauspielhauses Zürich, Regie: Ulrich Bodamer), 1988 "Auf langer Bank" (→Theatersaal Rigiblick in Zürich, szenische Leitung: Bodamer), 1990 "Adams-Apfel" (Tanzfestival →Steps), 1991 "Abendbrot" nach einem Text von Rudolf Zak (→Theaterhaus Gessnerallee in Zürich, Regie: Thea Dumsch), 1992 "Script, ein Tanz um Ende und Anfang" (→Dampfzentrale Bern) und "Mir schwebt nichts vor doch ist um mich ein flattern" mit Texten von Ernst Jandl (→Klibühni in Chur, Regie: →Christoph Frick), 1993 "Suspect" (Kulturhaus Rössli in Stäfa) und 1994 "Von Prinzen und Hansen", ein Tanzstück mit Gesang nach Motiven von Ingeborg Bachmann und Hans Christian Andersen (Depot Hardturm Zürich). 1994–95 war B. im Leitungsteam des Theaters Depot Hardturm tätig. 1995 wurde das Tanztheater in Fasson-Theater umbenannt, was gleichzeitig einen verstärkten Schwerpunkt in der Theaterarbeit markierte. Mit dem Fasson-Theater realisierte B. 1995 "Bartleby der Schreiber" nach Melvilles gleichnamiger Novelle (Depot Hardturm), 1996 "In meinem Kopf schneit einer" (Theaterhaus Gessnerallee, Zürich), 2001 "Un tapis rouge pour Sophie T. Ein Stück Theater und Tanz wegen Sophie Taeuber-Arp" (Museum für Gestaltung in Zürich), 2003 "Das Mädchen Antigone" mit Texten von Sophokles, Anouilh und Grete Weil (→Theater Stadelhofen, Zürich ZH) sowie 2004 "Sommers oder so" mit Texten von Gerhard Meier (Tanzhaus Wasserwerk Zürich) und "Wände, dünn wie Haut" mit Texten von Adelheid Duvanel (Blauer Saal im Löwenbräuareal in Zürich). Am 15.4.1998 wurde "Kunststück" nach Idee und Konzept von B. im →Theater Tuchlaube in Aarau uraufgeführt. Daneben gastierte B. als Tänzerin und Choreografin in Schauspiel und Oper, so etwa am Opernhaus Zürich, beim Tanztheater Mind the Gap in Wuppertal (1989 Tänzerin in Jelineks "Die Klavierspielerin") sowie am →Theater am Neumarkt in Zürich (1988 Choreografie für die Uraufführung von →Walter Vogts "Die Betroffenen"). B. ist auch pädagogisch tätig, so entstand 1997 "Und die Sprache bewegt sich doch", ein Projekt der Theaterwerkstatt Schweiz mit Gehörlosen, Tanz- und Theaterschaffenden, und "Biografic Acting", ein Projekt mit demenzkranken Menschen im Krankenheim Sonnweid in Wetzikon (→Behindertentheater). Seit 2003 ist B. Leiterin des neu gegründeten Fabriktheaters im Kulturzentrum Alte Fabrik Rapperswil. 1987 war sie Vorstandsmitglied des →SVTC, 1991–94 Mitglied der Tanzkommission der Stadt Zürich.

Auszeichnungen

  • 1988 Auszeichnung der Stadt Zürich für Choreografie,
  • 1993 Preis für Tanz des Kantons Solothurn,
  • 2004 Anerkennungsgabe der Stadt Zürich.


Autorin: Marianne Mühlemann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Mühlemann, Marianne: Nelly Bütikofer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 313.

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