Nelson Howard

Aus Theaterlexikon
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* 31.3.1930 Devils Lake (USA).

Zunächst Ausbildung als Porträtfotograf. Gesangsstudium seit 1953 in Fresno, Seattle und Urbana. Studium der Musikwissenschaft an der University of Washington in Seattle (1967 Promotion). Bühnendebüt bereits 1958 in Seattle als Guglielmo in Mozarts "Così fan tutte". Engagements 1963–66 an der Lyric Opera of Chicago und 1967–95 am →Opernhaus Zürich. Als vielseitig einsetzbarer lyrischer Bariton verkörperte N. in Zürich über vierzig grosse sowie viele mittlere und kleine Partien. Darunter finden sich Dr. Malatesta in Donizettis "Don Pasquale", Valentin in Gounods "Faust", Silvio in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", Prospero in →Frank Martins "Der Sturm", Albert in Massenets "Werther", die Mozart-Partien Guglielmo in "Così fan tutte", Conte Almaviva in "Le nozze di Figaro" und Don Giovanni in der gleichnamigen Oper, Graf Luna in Pfitzners "Palestrina", Marcello in Puccinis "La Bohème" und Lescaut in dessen "Manon Lescaut", Dandini in Rossinis "La Cenerentola", Olivier in Richard Strauss’ "Capriccio", die Titelpartie in Tschaikowskys "Eugen Onegin" und Fürst Jeletzki in dessen "Pique Dame", Giorgio Germont in Verdis "La Traviata", Wolfram von Eschenbach in →Richard Wagners "Tannhäuser" und Tio Lucas in Wolfs "Der Corregidor". N. war überdies an mehreren Schweizer Erstaufführungen beteiligt, so zum Beispiel als Manz in Frederick Delius’ "Romeo und Julia auf dem Dorfe" (1980, Regie: →Claus Helmut Drese, musikalische Leitung: Charles Mackerras), als Tartaglia in Henzes "Il re cervo" (1969, Regie und Ausstattung: Jean-Pierre Ponnelle, musikalische Leitung: Henze) und als Graf Almaviva in Giselher Klebes "Figaro lässt sich scheiden" (1971, Regie: Imo Moszkowicz, musikalische Leitung: →Ferdinand Leitner). Anlässlich der Wiedereröffnung des renovierten Opernhauses Zürich sang N. in der Uraufführung von →Rudolf Kelterborns "Der Kirschgarten" den Jepichodow (1984, Regie: Nikolaus Lehnhoff, musikalische Leitung: →Ralf Weikert). N. gastierte unter anderem an der Deutschen Oper Berlin (1983), an der Hamburgischen Staatsoper (1972), an der Kölner Oper (1971 Don Giovanni), an der Bayerischen Staatsoper München (1977), in Strassburg (1983) und in Tokio (1973 Don Giovanni). Auch Tätigkeit als Konzertsänger und Gesangspädagoge.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Nelson Howard, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1314.

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