Nicole Caccivio

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* 17.1.1963 Biel BE.

Nach Unterricht an der Ballettschule Foster in Biel besuchte C. 1979–81 die Theatertanzschule Marianne Fuchs (→Marianne Fuchs) in St. Gallen. 1981–82 bildete sie sich an der Rambert School of Ballet and Contemporary Dance in London weiter. 1986 studierte sie als Stipendiatin am Merce Cunningham Studio in New York. Ihre ersten Engagements trat sie 1982/83 an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau unter der Ballettdirektion von →Riccardo Duse und gleichzeitig als Gast am Ballett des →Stadttheaters Bern, ebenfalls unter Duses Leitung, an. 1983–86 gehörte sie zum Ensemble des →CH-Tanztheaters Zürich. 1987 tanzte C. bei Elio Gervasi (Tanz Company Gervasi) in Wien und 1987/88 an der Tanzfabrik Berlin, wo sie Roberto Galvan kennen lernte. Mit ihm gründete sie 1988 die Compagnie Ljada (Los Jovenes Amantes de La Señora Arte/Lady Art’s Young Lovers), die zunächst in Berlin und Zürich und von 1989 bis zu ihrer Auflösung 1994 in Biel ansässig war und in der Galvan als Choreograf und C. als Tänzerin wirkten. Zu Beginn der neunziger Jahre entstanden für die Compagnie Ljada (mit wechselnder Besetzung) die Tanzstücke "Vielleicht wird uns der Wind in die Unendlichkeit wehen", "Momento" und "Who Took My Feelings to the Garden", "Responso", "In a Dark Time" sowie "Poema 29" und "Poema 31", die im In- und teilweise auch im Ausland (Tanzfestival Eurodanse Mülhausen, Künstlerhaus Wien, Theater am Halleschen Ufer Berlin, The Kitchen New York) gezeigt wurden. Nach ihrer Trennung von Galvan 1994 und einer Neuorientierung choreografierte C. 1995 ihr erstes eigenes Stück, das Duett "Joy" für zwei Tänzerinnen (Auftritt am →Festival de la Cité in Lausanne). 1996 entstand für das Sarajevski Balet "The Power of Pain" (Musik: Sam Auinger, Nationaltheater Sarajevo). Ihre erste Soloarbeit folgte 1997 mit "Proud 2b Loud" (Musik: Auinger/Rupert Huber, Video: Rachel de Boer, Theater am Halleschen Ufer Berlin). Ab 1998 erarbeitete sie mit der Gruppe Caccivio en Compagnie in Berlin interdisziplinäre Projekte, etwa 1998 "Stimulations" und 1999 "Nein – Nichts" (beide im Theater am Halleschen Ufer Berlin uraufgeführt). Für die Berner Kompanie Running Out choreografierte sie 1999 "Rien ne va plus" und 2000 "Workspaces". Ausserdem war sie als Gastdozentin für Professionelle und Amateure tätig, unter anderem an den Internationalen Tanzwochen Wien, der Staatsoper Ankara, dem Konservatorium in Istanbul, der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main sowie an der Anton Bruckner Privatuniversität für Musik, Schauspiel und Tanz in Linz. 1994–95 Vorstandsmitglied beim →SVTC.

Auszeichnungen

  • 1992 zusammen mit Galvan Preise für das beste Duett und die beste Choreografie an der Suzanne Dellal International Dance Competition in Tel Aviv mit dem Tanzstück "Who Took My Feelings to the Garden".


Autorin: Julia Wehren



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Wehren, Julia: Nicole Caccivio, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 324.

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