Niklaus Aeschbacher

From Theaterlexikon
Jump to: navigation, search

* 30.4.1917 Trogen AR, † 30.11.1995 Bern. Sohn des Gesanglehrers, Chordirigenten und Komponisten Carl A., Bruder der Pianisten Adrian A. und Rudolf am Bach, Onkel des Pianisten und Dirigenten →Matthias Aeschbacher.

Erste Ausbildung beim Vater, nach der Matura (1936) Besuch des Konservatoriums Zürich (bei →Volkmar Andreae, Paul Müller und Emil Frey) und der Hochschule für Musik in Berlin. 1938 und 1939 Hospitant bei den Bayreuther Festspielen, 1938/39 Korrepetitor am Grenzlandtheater Zittau, 1940/41 Solorepetitor am Staatstheater Braunschweig. 1942–56 wirkte A. am →Stadttheater Bern, Bern BE, zunächst als Kapellmeister, ab 1949 als musikalischer Oberleiter. 1954–56 Chefdirigent des NHK Symphony Orchestra in Tokio. 1958/59 nochmals als musikalischer Oberleiter ans Stadttheater Bern verpflichtet, 1959–63 Generalmusikdirektor in Kiel, 1964–72 in derselben Position in Detmold, wo er 1972–82 an der Musikhochschule lehrte. A. setzte sich erfolgreich für zeitgenössische Musik und Opernwerke ein. Während seiner Berner Zeit dirigierte er unter anderem die Uraufführungen von →Huldreich Georg Frühs Ballett "Promenade" (1943), →Armin Schiblers Oper "Der spanische Rosenstock" (1950) und →Walter Furrers Ballett "Weg ins Leben" (1952) sowie die Berner Erstaufführung von Bergs "Wozzeck" (1951). Diverse Gastverpflichtungen, unter anderem 1959 Uraufführung der Fernseh­oper "Seraphine" von →Heinrich Sutermeister. Als Komponist schuf A. Kammermusik und Lieder sowie die Radio-Oper "Die roten Schuhe" (Libretto: Albert Rösler, Uraufführung 1943 Radio Zürich) und das Tanzspiel nach Bündner Märchenmotiven "Chalanda Mars" (1939, Libretto: Rösler). 1951–55 war A. Präsident des →SBKV.

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich


Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Niklaus Aeschbacher, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S.30.