Nina Corti

Aus Theaterlexikon
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* 3.8.1953 Zürich.

Stammt aus einer Musikerfamilie und absolvierte eine zehnjährige Klavierausbildung. Mit elf Jahren Ballettunterricht, mit siebzehn Beginn mit Flamenco in mehreren Studios. Ihre erste Lehrerin war Susana Audéoud (→Susana). 1975 Stipendium der Erziehungsdirektion des Kantons und der Stadt Zürich: vier Jahre Berufsausbildung bei Ciro, Paco Fernandez und der Zigeunerin La Tati im "Amor de Dios" in Madrid; dazu Technik und Präzision bei Maria Magdalena, Kastagnettenspiel bei Paco Romero. Erarbeitete sich ihren eigenen Flamencostil und sorgte für eine Popularisierung des Flamenco. Die Basis ihres Tanzens ist immer die Musik. Gemäss ihrer Herkunft und Persönlichkeit erweiterte sie den Flamenco um klassische Musik und Jazz. So hiessen ihre Programme "Jazz meets Flamenco" oder "Flamenco Inspiration". 1987 spielten zum Beispiel fünf Flamencomusiker, ein polnisches Jazzduo (Flöte und Bass, Percussion und Viola) zusammen; dazu bewegte sich die Tänzerin wie ein Soloinstrument. Unter dem nächsten Titel "Moments in a Garden of Spain" perfektionierte sie die Übereinstimmung von Musik und Tanz. Zusammenarbeit mit so verschiedenen Musikern wie dem Zigeunergitarristen Pepe Habichuela und der Gruppe Ketama, mit Zigeunersängern und dem Nichtzigeuner Enrique Morente, mit José Luis Monton und den Gipsy Kings in eigenen Produktionen sowie mit grossen Orchestern und Dirigenten wie Gerd Albrecht, Brenton Langbein, Manuel Galduf des Palau und Wojciech Rajski in symphonischen Werken von Georges Bizet, Isaak Albeniz, Manuel de Falla, Joaquin Turina, Maurice Ravel und →Antonio Robledo. Seit 1971 erste Auftritte in Kleintheatern, Aulen und Kirchgemeindesälen, bald Tanzabende in der Tonhalle Zürich und als erste auf dem Podium des Musikvereinssaals in Wien, in den grossen Theatern und Konzertsälen von Köln, Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und London sowie Auftritte in Athen, Karthago, Taormina, Nîmes, Honkong und Moskau. Tournee durch Australien. Triumphe in der Royal Albert Hall in London, am exklusiven Zigeunertreffen in Les-Saintes-Maries-de-la-Mer, am internationalen Jazz-Festival in Montreux und am Rock-Openair in St. Gallen. Fernsehauftritte und Schallplatten-Produktionen. Unterrichtet seit 1977 an internationalen Sommerakademien und Tanzwochen, zum Beispiel in Köln, Wien und Dresden, auch Workshops an der →SBBS.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Nina Corti, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 412–413.

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