Norma Batchelor

Aus Theaterlexikon
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* 22.1.1948 Brighton (GB).

1952 übersiedelte B. mit ihrer Familie nach Nairobi (Kenia), wo sie ersten Ballettunterricht erhielt. Ihre professionelle Tanzausbildung absolvierte sie 1959–66 als Internatsschülerin an der Legat School of Ballet in Kent. 1966–88 war sie als Tänzerin am Stadttheater Basel/an den →Basler Theatern engagiert. Als langjähriges Mitglied des Ballettensembles eignete sich B. ein äusserst breites Repertoire an und blieb sowohl als Solistin wie auch als Tänzerin im Corps de Ballet in starker Erinnerung. B. begann ihre Karriere unter →Wazlaw Orlikowsky und debütierte in der Csárdástanzgruppe in "Schwanensee" (Musik: Tschaikowsky). Später tanzte sie in den Choreografien von →Pavel Šmok, der 1970–73 Ballettdirektor der Basler Theater war, und von dessen Nachfolger →Heinz Spoerli, so zum Beispiel in Šmoks "Fresken" (Musik: Bohuslav Martinů), "Ein wenig schwarze Collage", "Don Juan" (Musik: Gluck) und "Cinderella" (Musik: Prokofjew) sowie in Spoerlis "Le Chemin" (Musik: →Eric Gaudibert), "Suite Raymonda" (Musik: Glasunow), "Trois Gnossiennes" (Musik: Erik Satie), "Ein Faschingsschwank" (Musik: Schumann), "Wendung" (Musik: Mahler), "Thundermove" (Musik: →George Gruntz), "La Fille mal gardée" (Musik: Ferdinand Hérold/Peter Ludwig Hertel, bearbeitet von Jean-Michel Damase), "Vier Gesänge für Frauenchor" (Musik: Brahms) und "Chäs" (Musik: Trio Edi Baer, Musikmontage: →André Bauer). Ausserdem übernahm B. Solopartien in Werken von Gastchoreografen, etwa in "Squares" von Hans van Manen (Musik: Satie) oder in "Secret Images" von Ulysses Dove (Musik: Steve Reich). Zu B.s Partien in Spoer­lis Handlungsballetten gehörten etwa Helena in "Ein Sommernachtstraum" (Musik: Mendelssohn Bartholdy), Zulma in "Giselle" (Musik: Adam/Friedrich Burgmüller/Riccardo Drigo), Rosalinda in "Romeo und Julia" (Musik: Prokofjew) und Berthalda in "Undine" (Musik: Hans Werner Henze). Ihre liebste Partie war die Königin der Wilis in "Giselle", die sie rund 130 Mal tanzte; mit ihrer ausdrucksstarken Darstellung dieser Partie begeisterte sie während des Basler Gastspiels 1983 das Publikum und die Kritik in New York. 1988–2001 leitete B. die Ballettschule am →Theater Basel, Basel BS, an der sie bereits zuvor als Lehrkraft gewirkt hatte. Neben diesem pädagogischen Engagement war sie nach ihrem offiziellen Abschied von der Bühne wiederholt in Charakterrollen zu sehen, etwa 1990 in Basel als Gräfin Capulet in "Romeo und Julia" (Choreografie: Spoerli, Musik: Tschaikowsky) sowie als Gast am →Opernhaus Zürich, Zürich ZH.



Autorin: Sara Aebi



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Aebi, Sara: Norma Batchelor, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 129.

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