Otto Baumberger

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* 21.5.1889 Zürich, † 26.12.1961 Weiningen ZH. ∞ II. Johanna Pulver, Grafikerin.

Nach Abbruch der Textilzeichnerlehre sowie der Ausbildung zum Lithografen in Zürich Studienaufenthalte in München, Berlin, Paris und London. 1910 erste Teilnahme an einer Ausstellung der Zürcher Kunstgesellschaft, bis in die fünfziger Jahre regelmässig Beteiligung an Gruppenausstellungen. 1911–20 wechselweise feste Anstellung und freier Mitarbeiter als Lithograf der Grafischen Anstalt J. E. Wolfensberger in Zürich. Theaterplakate für Bühnengastspiele, darunter für die Produktion "Oresteia" des Deutschen Theaters Berlin am →Stadttheater Zürich vom 4.1.1917, für das Gesamtgastspiel des Grossherzoglichen Hoftheaters Darmstadt in Zürich, St. Gallen und Basel im März 1917 sowie für "Medea" des Kaiserlich-königlichen Hofburgtheaters Wien am Stadttheater Zürich, in Basel und Bern im April 1917. Aufenthalt in Deutschland, 1920 Engagement als Bühnenbildner bei Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin (Goethes "Urfaust"). 1922 Rückkehr nach Zürich, Anstellung bei der Kunstgewerbeschule Zürich, nebenbei freie Auftragsarbeiten (Buchillustrationen, Wandmalereien, Mitarbeiter beim "Nebelspalter"). Als Bühnenbildner zeitweilig für das →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH (für →Hermann Kessers Dostojewski-Bearbeitung "Die Brüder", 1924 für →Albert Steffens "Das Viergetier") und das Stadttheater Zürich (1923 Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann – Hoffmanns Erzählungen", 1933 Bühnenbild und Figurinen für →Richard Wagners "Lohengrin") tätig. Weiterhin auch Gestaltung von Theaterplakaten: 1937 für das →Welttheater Einsiedeln, Einsiedeln SZ, 1938 für Kessers "Talleyrand und Napoleon" (Uraufführung am →Stadttheater Basel, Regie: →Gustav Hartung, sowie für →Oskar Wälterlins Inszenierung am Schauspielhaus Zürich im selben Jahr), 1941 für das Bundesfeierspiel in Schwyz. Ab 1932 Lehrbeauftragter an der Architektur-Abteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, 1947 Ernennung zum ausserordentlichen Professor. Zunehmend internationaler Erfolg mit der Gestaltung stilistisch-heterogener (Werbe-)Plakate, B. selbst beurteilte diese Tätigkeit als "Gelegenheitsarbeiten" und reine "Grafikfabrikation". Von B. erschienen die Autobiografien "Der innere Weg eines Malers" (1963) und "Blick nach aussen und innen" (1966).

Literatur

  • O. B. 1889–1961, 1988 [Ausstellungskatalog, Schule und Museum für Gestaltung Zürich].


Autorin: Simone Gojan



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gojan, Simone: Otto Baumberger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 134–135.

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