Otto Dornbierer

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* 1.5.1915 Thal SG.

Gymnasium in St. Gallen, Beginn eines Chemiestudiums in Winterthur, ab 1936 Auftritte als Sänger und Schauspieler am →Stadttheater St. Gallen, Ausbildung an der Gesangsschule Bärlocher und Balletttraining am Stadttheater St. Gallen. Ab 1940 Ausbildung am →Bühnenstudio Zürich, mit diesem erste Auftritte am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH und am →Stadttheater Basel. 1942/43 Engagement am Schauspielhaus Zürich mit meist kleineren Rollen (beispielsweise Junge in der Uraufführung von →Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan", Regie: →Leonard Steckel, und Diener beim Präsidenten in Schillers "Kabale und Liebe", Regie: →Oskar Wälterlin). Anschliessend Engagement bei der →Schweizer Soldaten-Bühne "Bärentatze", wo D. unter anderem in heiteren Dialektstücken wie Jürg Stalders "5 Kamerade" und →Jakob Steblers "Streik im Narrehus" auftrat. 1948 war er mit Valeska Gert und →Maria von Ostfelden an der Gründung des Cabarets Café Valeska in Zürich beteiligt. Ab 1950 als Sänger an der Winterthurer Operettenbühne und der Wiener Operettenbühne Zürich tätig. 1952 war D. erstmals am →Sommertheater Winterthur, Winterthur ZH engagiert, wo er meist in kleineren Rollen zu sehen war (Kriminalwachtmeister Seidel in Arnold/Bachs "Weekend im Paradies"), parallel dazu 1953–55 am →Stadttheater Chur, Chur GR, das wie das Sommertheater von →Markus Breitner geleitet wurde. Auftritte am →Theater der Untern Stadt in Bern (Pfarrer in Max Halbes "Jugend"). 1956–57 Assistent beim Schweizer Filmregisseur Herbert E. Meyer. Ende der fünfziger Jahre lebte D. in Deutschland, gelegentliche Zusammenarbeit mit Gert auf Sylt und mit Ostfelden am →Theater an der Winkelwiese Zürich. 1973–81 erneut Engagement am Schauspielhaus Zürich, wo D. zahlreiche Nebenrollen verkörperte, darunter Holzfäller in der Deutschschweizer Erstaufführung von Brechts "Baal", Priester in Shakespeares "Hamlet", Eulenzwitsch in der Uraufführung von →Carl Zuckmayers "Der Rattenfänger", Zettelankleber in Strindbergs "Ein Traumspiel", Legrais in der Uraufführung von →Friedrich Dürrenmatts "Die Frist". Danach trat D. bisweilen als Gast an den →Basler Theatern sowie an verschiedenen Zürcher Theatern auf, so am →Opernhaus, beim Theater Zoa, am →Theater am Neumarkt und beim →Zirkus Theater Federlos. Diverse Filmrollen, etwa in "Emil, me mues halt rede mitenand" (1941, Regie: →Max Haufler), als Fischer in "Jack The Ripper" (1976, Regie: Jess Franco, mit Klaus Kinski), als Otti in "Das Boot ist voll" (1981, Regie: →Markus Imhoof) und als Anton Kessel in "Kinder der Landstrasse" (1992, Regie: Urs Egger). Verfasste auch Gedichte und das Schauspiel "Das Porträt der Annegret E.".



Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Otto Dornbierer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 479–480.

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