Otto F. Walter

Aus Theaterlexikon
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* 5.6.1928 Rickenbach SO, † 24.9.1994 Solothurn. Sohn des Verlegers und Schriftstellers Otto W., Bruder der Schriftstellerin →Silja W.

Nach einer Buchhändlerlehre in Zürich Eintritt ins Verlagswesen, Volontariat in Köln und bis 1956 Lektor bei Jacob Hegner. 1956 Eintritt in den väterlichen Walter-Verlag in Olten/Freiburg im Breisgau zuerst als Lagerist, dann Vertriebsleiter, bis Ende 1966 Leiter des viel beachteten literarischen Programms (Hans Boesch, →Kurt Marti, Ludwig Hohl, H. C. Artmann, Konrad Bayer, Alfred Andersch, Helmut Heissenbüttel). Förderer von Jörg Steiner, Peter Bichsel und, mit →Urs Widmer zusammen, vieler anderer Autorinnen und Autoren moderner Literatur. Nach Auseinandersetzungen um das 1966 erschienene Buch "Laut und Luise" (Ernst Jandl) 1967 mit seinen Autoren Wechsel zum Luchterhand-Verlag in Darmstadt, dort bis 1973 Verlagsleiter und Geschäftsführer; in die Schweiz zurückgekehrt, betreute W. von dort aus bis 1982 das literarische Programm. Gefördert von →Werner Weber, erste Veröffentlichungen in der "Neuen Zürcher Zeitung". 1959 erschien in München der erste Roman "Der Stumme"; seither publizierte W. in regelmässigen Abständen Romane und Erzählungen mit ausgeprägter Sozialkritik und Suche nach neuen Lebensformen (1983 "Das Staunen der Schlafwandler am Ende der Nacht", 1988 "Zeit des Fasans", eine Art "Schweizerspiegel" der Jahre vor und nach dem Zweiten Weltkrieg). W. verfasste die Theaterstücke "Elio oder Eine fröhliche Gesellschaft" (27.2.1965 Uraufführung am →Schauspielhaus Zürich, Regie: →Werner Düggelin), "Die Katze" (14.9.1967 Uraufführung am Schauspielhaus Zürich, Regie: Kurt Erhardt), das Hörspiel "Die ersten Unruhen nach dem Tod eines Subjekts" (1973 Schweizer Radio DRS, Regie: →Mario Hindermann), das Dramolett "Die Wiederverhaftung des Wilhelm Tell" (1988) und Szenen für Studioaufführungen (in Basel und Biel-Solothurn). Mitinitiator und Gründungsmitglied der →Gruppe Olten und der Solothurner Literaturtage. Mehrere Verfilmungen seiner Werke, darunter 1976 "Der Stumme" von Gaudenz Meili, 1981 "Männersache" von Alexander J. Seiler in Anlehnung an W.s Erzählung "Wie wird Beton zu Gras".

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1959 Charles-Veillon-Preis,
  • 1973 Kunstpreis des Kantons Solothurn,
  • 1977 Buchpreis des Kantons Bern.

Literatur

  • W., O. F.: Gegenwort. Aufsätze, Reden, Begegnungen, 1988 [mit Bibliografie].
  • W., O. F.: Folgendes. O. F. W. über die Kunst, die Mühe und das Vergnügen, Bücher zu machen, herausgegeben von Martin Zingg, 1998.

Nachlass

  • Schweizerisches Literaturarchiv, Bern.


Autor: Werner Wüthrich



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Wüthrich, Werner: Otto F. Walter, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2046–2047.

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