Otto Freitag

Aus Theaterlexikon
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Sohn des Opernsängers Otto Freytag, Bruder des Schauspielers und Regisseurs →Robert F.

1936–38 Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Erste Engagements 1938/39 am Stadttheater Saaz, 1939/40 am Deutschen Theater Mährisch-Ostrau, 1940/41 am Stadttheater Troppau, 1941/42 am Deutschen Theater Budweis und 1942/43 an den Städtischen Bühnen Mülhausen. 1943 Emigration in die Schweiz. 1943–52 gehörte F. zum Ensemble des →Stadttheaters St. Gallen, wo er über 120 Haupt- und Nebenrollen verkörperte, beispielsweise 1943 Hettore Gonzaga in Lessings "Emilia Galotti" und Sigismund in Calderóns "Das Leben ein Traum", 1944 Theodor Kaiser in Schnitzlers "Liebelei" und Kosinsky in Schillers "Die Räuber", 1945 Don Pedro in Shakespeares "Viel Lärm um nichts" und Ferdinand in Schillers "Kabale und Liebe", 1946 Valère in Molières "Tartuffe", 1949 die Titelrolle in Kleists "Amphitryon" und Benvolio in Shakespeares "Romeo und Julia" sowie 1950 Rosenkranz in dessen "Hamlet". Danach einzelne Rollen am →Stadttheater Bern, Bern BE (1956), am →Stadttheater Luzern (1957), am Theater für Vorarlberg in Bregenz (1958/59) und am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH (1961). Ab 1962/63 bis Anfang der neunziger Jahre war F. vor allem bei der →Schauspieltruppe Zürich tätig, einem von Robert F., →Maria Becker und →Will Quadflieg gegründeten Tourneetheater. Dort wirkte er als Schauspieler vorwiegend in Nebenrollen, etwa 1965 als Butler Thompson in Scribes "Das Glas Wasser", 1975 als Polizeidirektor Signor Rubio in Grabbes "Don Juan und Faust" und 1991 als Tischler Engstrand in Ibsens "Gespenster". Zudem leitete er ab Mitte der siebziger bis Anfang der neunziger Jahre die Gruppe zusammen mit Becker und Robert F. Daneben einzelne Gastverpflichtungen, etwa in Bern am Stadttheater (1964 Schwarz in Schillers "Die Räuber", 1967 Graf Rivers in Shakespeares "Richard III.") und am →Atelier-Theater, am Stadttheater Luzern und am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (1990 Butler in →Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame"). Ab Anfang der neunziger Jahre noch einzelne Gastrollen vor allem auf Tourneen, zum Beispiel mit der →Bühne 64 – Margot Medicus.



Autor: Redaktion



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Redaktion: Otto Freitag, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 632–633.