Otto Henning

Aus Theaterlexikon
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* 27.1.1884 Höchst bei Frankfurt am Main (D), † 21.2.1950 Wiesbaden (D).

Humanistisches Gymnasium in Frankfurt, Wiesbaden und Stralsund, zunächst Chemiestudium, dann Schauspielausbildung. Debüt am Hoftheater Wiesbaden, 1902/03 erstes festes Engagement als erster Charakterspieler in Trier, dann Verpflichtungen als Schauspieler 1903–05 in Bromberg, 1905/06 in Nürnberg, 1906–09 in Riga und zugleich als Gast in Dresden, 1909–16 unter Ludwig Barnay in Hannover. 1916–18 Intendant des Stadttheaters Stralsund, 1918/19 Oberregisseur am Neuen Theater in Frankfurt am Main, 1919/20 Direktor in Marburg, 1920/21 stellvertretender Intendant und Oberregisseur in Hamburg-Altona. Ab 1.11.1921 Direktor des →Stadttheaters Basel, inszenierte dort unter anderem Wildgans’ "Armut", Hauptmanns "Und Pippa tanzt", Shakespeares "Romeo und Julia", die Uraufführung von →Hermann Kessers "Die Reisenden", Ibsens "John Gabriel Borkman", Wildes "Bunbury", Goethes "Egmont", Shaws "Die heilige Johanna", Tollers "Hinkemann", Schillers "Die Räuber" und Goethes "Faust". H. versuchte, durch Sonderprojekte wie zum Beispiel die Internationalen Maifestspiele, aber auch durch Dialekt­aufführungen die auf Grund der Wirtschaftskrise schlechte Publikumsfrequenz zu erhöhen; der Versuch, im Stadtcasino eine Kammerspielbühne zu etablieren, musste nach zwei Spielzeiten aufgegeben werden. Künstlerischer Höhepunkt von H.s Basler Direktion war das nach →Richard Wagners "Rheingold" (Premiere am 21.11.1924) und dessen "Walküre" (1.2.1925) wegen des Vorwurfs der Verschwendung öffentlicher Gelder abgebrochene "Ring"-Projekt unter der Regie von →Oskar Wälterlin im Bühnenraum von →Adolphe Appia. Auf Ende der Spielzeit 1924/25 demissionierte der vom Theaterverein wegen seiner Personal- und Repertoirepolitik heftig kritisierte H. 1925–27 war er Direktor der Vereinigten Stadttheater Barmen-Elberfeld, 1927/28 Leiter der Hofrat Behrend’schen Vakanzstelle in Köln, 1928–33 künstlerischer Leiter und Oberregisseur in Hamburg-Altona, von den Nationalsozialisten abgesetzt. 1936–38 Intendant des Plaza-Theaters Berlin, bis 1944 Gastspiele als Schauspieler und Regisseur, diverse Filmrollen. 1946–49 Intendant des Staatstheaters Wiesbaden.

Literatur

  • Schmassmann, Martin: Das Basler Stadttheater, Dissertation der Universität Wien, 1970.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Otto Henning, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 825–826.

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