Otto Nebel

Aus Theaterlexikon
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* 25.12.1892 Berlin (D), † 12.9.1973 Bern, eigentlich Wilhelm Ernst. ∞ 1924 Hildegard Heitmeyer, Assistentin am Weimarer Bauhaus.

Ab 1952 Bürger von Bern. Besuch der Schulen in Berlin, ab 1909 Ausbildung zum Hochbaufachmann und Arbeit als Bauführer. 1913–14 Schauspielunterricht bei Rudolf Blümner und Friedrich Kayssler am Lessing-Theater in Berlin. Sein erstes Engagement am Städtischen Schauspielhaus in Hagen konnte N. nicht antreten, da er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Während der Kriegsgefangenschaft 1918–19 im englischen Colsterdale entstand die expressionistische Gedichtsammlung "Zuginsfeld". Ab 1919 in Berlin als Maler und Schriftsteller tätig, Bekanntschaft mit dem Kreis um Herwarth Walden und Mitarbeit an dessen Kunstzeitschrift "Der Sturm". 1924–25 Aufenthalt in Weimar, Beginn der Freundschaft mit Wassily Kandinsky und Paul Klee. 1933 Emigration in die Schweiz; bis zu seinem Tod lebte er in Bern, dank Kandiskys Vermittlung 1936–51 unterstützt von der New Yorker Guggenheim Foundation. 1951–54 wirkte er als Schauspieler am Berner →Atelier-Theater in etwa zwanzig Inszenierungen, darunter 1951/52 als Don Diego in der Eröffnungsvorstellung "Don Gil von den grünen Hosen" von Tirso de Molina (Regie: →Adolph Spalinger); Samichlaus im Weihnachtsmärchen "Mineli und Stineli und die Zaubergeige" von →Ursula von Wiese (Regie: →Hans Gaugler); Landrat in Büchners "Leonce und Lena" (Regie: Spalinger); Anutschkin in Gogols "Die Heirat" (Regie: Gaugler); 1952/53 Chrysald in Molières "Die Schule der Frauen" (Regie: Hans E. Berg); Professor Willard und Farmer Mac Carty in Wilders "Unsere kleine Stadt" (Regie: →Margrit Weiler); Herr Gabor in →Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen"; Dichter Sylvan in →Josef Victor Widmanns "Maikäfer-Komödie"; 1953/54 Polinger in Hermann Bahrs "Das Konzert"; Butler Phipps in Wildes "Ein idealer Gatte"; Veit Tümpel in Kleists "Der zerbrochene Krug" (alle inszeniert von Spalinger). Daneben stets Weiterarbeit an seinem malerischen Œuvre, das über 2000 Ölbilder, über 4000 Zeichnungen sowie Linolschnitte, Klebebilder und Mosaike umfasst. 1969 Schenkung von rund 200 Werken an das Kunstmuseum Bern.

Auszeichnungen

  • 1965 Grosses Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Literatur

  • O. N.: Das dichterische Werk, herausgegeben von René Radrizzani, 1979.
  • Bhattacharya-Stettler, Therese: O. N., 1982 [mit Bibliografie].
  • O. N.: Schriften zur Kunst, herausgegeben von René Radrizzani, 1988.

Nachlass

  • Literarischer Nachlass im Schweizerischen Literaturarchiv, Bern;
  • bildnerischer Nachlass in der Otto Nebel-Stiftung, Bern.


Autorin: Therese Bhattacharya-Stettler



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bhattacharya-Stettler, Therese: Otto Nebel, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1311–1312.

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