Paul Hubschmid

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* 20.7.1917 Aarau AG, † 1.1.2002 Berlin (D). ∞ I. 1942 Ursula von Teubern, Schauspielerin, ∞ II. 1967 Eva Renzi, Schauspielerin, ∞ III. 1985 Irène Schiesser, Schauspielerin. Adoptivvater der Schauspielerin Anouschka Renzi.

Nach der Matura 1937–38 Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar Wien. H. debütierte in der Spielzeit 1939/40 am Deutschen Volkstheater Wien, war 1940–48 am Theater an der Josefstadt in Wien engagiert (unter anderem Leander in Grillparzers "Des Meeres und der Liebe Wellen", Ferdinand in Schillers "Kabale und Liebe", Achill in Kleists "Penthesilea", Titelrolle in Hebbels "Gyges und sein Ring") und erhielt Gastengagements am Deutschen Theater Berlin (unter →Heinz Hilpert). Das →Schauspielhaus Zürich verweigerte ihm 1945 eine Anstellung wegen seiner Film- und Bühnentätigkeit im Dritten Reich. H. wurde in der Schweiz 1938 mit der Titelrolle von →Leopold Lindtbergs Film "Füsilier Wipf" bekannt, spielte an der Seite von →Anne-Marie Blanc 1940 in Lindtbergs Film "Die missbrauchten Liebesbriefe" und dann als gut aussehender Charmeur und Bonvivant in über 120 zumeist eher zweitklassigen Filmen (von 1948–53 in Hollywood unter dem Pseudonym Paul Christian), darunter 1958 in Fritz Langs "Der Tiger von Eschnapur" und "Das indische Grabmal" sowie 1966 in Guy Hamiltons "Funeral in Berlin". Auf der Bühne war H. im Rollenfach des Liebhabers und Bonvivants in zahlreichen Gastspielen vor allem an deutschen Boulevard-Theatern zu sehen (unter anderem an der Komödie Berlin, an der Komödie Frankfurt am Main, an der Komödie Düsseldorf, am T(h)eater Briennerstraße München, am Theater am Dom Köln) sowie auf zahlreichen Tourneen auch durch die Schweiz (1972 in Jean-Claude Carrières "Ich suche Monsieur Ferrand", 1983 in Neil Simons "Das zweite Kapitel"). Seinen grössten Bühnenerfolg hatte er als Professor Higgins in Loewe/Lerners Musical "My Fair Lady" (deutsche Erstaufführung 1961 am Theater des Westens Berlin, danach bis 1974 über 2000 Vorstellungen in Berlin, Wien und München. Goldene Schallplatte für über eine Million verkaufter Schallplatten). 1986 spielte H. am →Atelier-Theater Bern die Hauptrolle in Hugh und Margaret Williams’ "Betreten verboten", in der Saison 1986/87 gastierte er am →Theater für den Kanton Zürich in Patrick Hamiltons "Gaslight" (Dialektfassung von Rolf Haefeli unter dem Titel "Gasliecht", Regie: Werner Gröner). Am Schloßpark-Theater Berlin feierte er 1995 ein Bühnencomeback in der stummen Rolle des Grossvaters in →Markus Köbelis "Holzers Peepshow". 1994 erschien H.s Autobiografie "Schöner Mann, was nun?". Fernsehporträts von Thomas Hostettler (Schweizer Fernsehen DRS 1989) und Paul Burkhalter ("Drehpause spezial", Schweizer Fernsehen DRS 1992).

Auszeichnungen

  • 1980 Filmband in Gold.


Autor: Mats Staub



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Staub, Mats: Paul Hubschmid, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 885–886, mit Abbildung auf S. 885.

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