Paul Lohr

Aus Theaterlexikon
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* 2.6.1940 Zürich.

1964–67 Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich. L. arbeitete als freischaffender Schauspieler und Regisseur an verschiedenen Theatern, unter anderem in Zürich am →Schauspielhaus, am →Theater am Neumarkt unter den Direktoren →Felix Rellstab und Luis Bolliger (1967 Ian in Hamptons "Wann hast du meine Mutter zuletzt gesehen?"; Cyrill in Gombrowicz’ "Yvonne, Prinzessin von Burgund", Regie: Jorge Lavelli; 1978/79 Papa in Brechts "Die Tage der Commune" und Beamter in Brehans "Die Geisel") und am →Theater an der Winkelwiese (1988 Alan in Noréns "Nachtwache"; 1996 Emil in Mamets "Entenvariationen"), am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, am →Stadttheater Bern, am →Stadttheater Chur (1974 Estragon in Becketts "Warten auf Godot", Regie: →Jean Grädel, sowie mehrere Inszenierungen, etwa 1973/74 Becketts "Glückliche Tage" und "Das letzte Band"; 1982 Strindbergs "Fräulein Julie"; 1983 →Ingeborg Kaisers "Am Freitagabend") und am Atelier-Theater Meilen (1999 Inszenierung von Molières "Der eingebildete Kranke"). Eine langjährige Zusammenarbeit verband L. mit dem 1971 gegründeten →Theater für den Kanton Zürich. L. spielte dort unter anderem 1972 die Titelrolle in Molières "Tartuffe" und Puck in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", 1974 die Titelrolle in Molières "Die seltsamen Unternehmungen des Scapin" (Regie alle: →Reinhart Spörri) und Christy in Synges "Held der westlichen Welt" (Regie: →Johannes Peyer); 1977 Schluck in Hauptmanns "Schluck und Jau" (Regie: →Federico Emanuel Pfaffen); 1979 Gottfried Keller in der Uraufführung von →Hanspeter Gschwends "Dr. Alfred Escher oder Es lebe die Republik"; 1993 Gaetano Semmolone in Scarpettas "Glanz und Elend in Neapel" sowie Gustav Oberholzer in →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht". Ausserdem brachte er an dieser Bühne 1992 Taboris "Weisman und Rotgesicht" zur Schweizer Erstaufführung. Seit 1975 regelmässige Lehraufträge, seit 1989 hauptberuflich Lehrtätigkeit an der Schauspiel-Akademie Zürich/an der →Theaterhochschule Zürich, dort auch Inszenierungen, zum Beispiel 1978 die Kollektivarbeit "Durs Faischter", 1985 Synges "Kesselflickers Hochzeit", 1992 Bruckners "Krankheit der Jugend". Dramatisierungen: 1972 Carlo Collodis "Pinocchio" (Aufzeichnung durch das Schweizer Fernsehen), 1991 Oscar Wildes "Das Gespenst von Canterville", beide für das Theater für den Kanton Zürich. Ausserdem zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen.

Auszeichnungen

  • 1979 Auszeichnung des Kantons Zürich für die prägende Mitwirkung als Darsteller am Theater für den Kanton Zürich.


Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Paul Lohr, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1126.

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