Paul Sandoz

Aus Theaterlexikon
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* 27.6.1906 La Chaux-de-Fonds NE, † 31.7.1999 Basel. Vater der Opernsängerin →May S.

Arbeitete zunächst als Mechaniker und Busfahrer. Gleichzeitig Gesangsausbildung am Konservatorium in Neuenburg (bei Carl Rehfuss) und an der Opernschule des →Konservatoriums Basel. Engagements 1932–34 am Théâtre Municipal in Strassburg, 1934–41 am →Stadttheater Luzern und 1941–47 am →Stadttheater Basel. Ein Engagement an das Neue Deutsche Theater Prag unter Direktor →Paul Eger sowie ein Angebot 1939 an die Metropolitan Opera New York wurden durch die politischen Ereignisse und den Kriegsausbruch vereitelt. S. beherrschte ein vielfältiges Repertoire, vom lyrischen Bariton über das Charakterfach bis hin zu heldischen Partien. So sang er beispielsweise Ourrias in Gounods "Mireille" und Mercutio in dessen "Roméo et Juliette" (beide in Strassburg), in Luzern dann Arcesius in d’Alberts "Die toten Augen" und Sebastiano in dessen "Tiefland" sowie die Titelpartien in Mozarts "Don Giovanni", Rossinis "Il barbiere di Siviglia" und Jaromír Weinbergers "Schwanda der Dudelsackpfeifer". Am Stadttheater Basel sah man ihn unter anderem als Don Pizarro in Beet­hovens "Fidelio", Escamillo in Bizets "Carmen", Tonio in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", Lescaut in Massenets "Manon", Conte Almaviva in Mozarts "Le nozze di Figaro" und Papageno in dessen "Zauberflöte", Marcello in Puccinis "La Bohème", Renato in Verdis "Un ballo in maschera" und Ford in dessen "Falstaff". Bis etwa 1950 Gastverpflichtungen am Stadttheater Basel (1948/49 Masetto in Mozarts "Don Giovanni"), am →Stadttheater Bern (1946/47 Giorgio Germont in Verdis "La Traviata"), am →Grand Théâtre in Genf (1936 Germont), am →Stadttheater St. Gallen (unter anderem 1938/39 die vier Bösewichter in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann") sowie am →Stadttheater Zürich (unter anderem 1940/41 Amonasro in Verdis "Aida" und 1946/47 die Titelpartie in dessen "Rigoletto"). Grosse Bedeutung als Oratoriensänger (bis Anfang der sechziger Jahre) und Gesangspädagoge (1947–50 am Conservatoire in Lausanne und 1950–71 an der →Musik-Akademie der Stadt Basel). Diverse Schallplatteneinspielungen, unter anderem Titelpartie in der ersten Gesamtaufnahme von Händels "Giulio Cesare in Egitto" (unter Walter Goehr).

Auszeichnungen

  • 1946 Norwegische Freiheitsmedaille durch König Haakon.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Paul Sandoz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1564, mit Abbildung auf S. 1564.

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