Paul Späni

Aus Theaterlexikon
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* 13.4.1929 Winterthur ZH, † 13.2.1993 Davos GR. Vater der Fernseh-Sportreporterin Regula S. Bürer.

Studium an der Musikakademie Wien bei Tino Pattiera. Gleichzeitig dramatischer Unterricht am Max-Reinhardt-Seminar. Anfänglich Schauspieler. Engagements 1956/57 an der Volksoper Wien, 1957–62 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, 1962–64 am Staatstheater Karlsruhe und 1964–93 am →Opernhaus Zürich, daneben mehrfach als Gast an den →Basler Theatern. S. begann seine Karriere als lyrischer Tenor, wuchs im Verlauf der Jahre aber immer mehr ins Charakterfach. Gast an zahlreichen europäischen Opernhäusern. Er trat gerne in Werken zeitgenössischer Komponisten auf. Mit seiner gut sitzenden, hellen Stimme und einer grossen schauspielerischen Begabung gestaltete er viele seiner Aufgaben zu Kabinettstücken: so zum Beispiel den Hauptmann in Bergs "Wozzeck", den Mörder Coltellino in der schweizerischen Erstaufführung von Hans Werner Henzes "Il re cervo" (1969, Regie: Jean-Pierre Ponnelle, musikalische Leitung: Henze), die Knusperhexe in Humperdincks "Hänsel und Gretel", den Schwachsinnigen in Mussorgskys "Boris Godunow" und den Lehrer Benda in Dvořáks "Der Jakobiner". Er sang in den Uraufführungen von →Rudolf Kelterborns Opern "Ein Engel kommt nach Babylon" (1977 als der Feierliche und der Henker am Opernhaus Zürich, Regie: Götz Friedrich, musikalische Leitung: →Ferdinand Leitner) und "Der Kirschgarten" (1984 als Diener Firs am Opernhaus Zürich, Regie: Nikolaus Lehnhoff, musikalische Leitung: →Ralf Weikert), von Peter Ronnefelds "Die Ameise" (1961 als Taschenkletterer, Düsseldorf, Regie: Wolfgang Liebeneiner, musikalische Leitung: Ronnefeld) und Gerhard Wimbergers "La battaglia oder Der rote Federbusch" (1960 als erster Leutnant, Schwetzinger Festspiele, Regie: Günter Roth, musikalische Leitung: Alberto Erede). Wirkte als Gesangspädagoge an der →Schauspiel-Akademie Zürich.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Paul Späni, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1706–1707.

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