Paula Reimann

Aus Theaterlexikon
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* 16.9.1884 Aarau AG, † 16.11.1973 Basel.

Schauspielausbildung bei Karl Skraup. Erstes Engagement als jugendliche Heldin und sentimentale Liebhaberin 1902–04 am Stadttheater Bonn, dann 1904/05 am Stadttheater Metz, 1905–08 am Herzoglichen Hoftheater Altenburg, 1908/09 jugendliche Heldin am Neuen Theater Berlin, 1910/11 unter General-Intendant Graf Georg von Hülsen-Haeseler an den Königlichen Schauspielen Berlin. 1911–13 spielte R. unter der Direktion von Max Reinhardt am Deutschen Theater, an den Kammerspielen und im Zirkus Schumann in Berlin wesentliche Rollen wie Titania in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Gretchen in Goethes "Faust", Franziska in Lessings "Minna von Barnhelm", Elisabeth in Schillers "Don Carlos", die Titelrolle in Gozzis "Turandot", Fanny Krull in Sternheims "Die Kassette" (mit →Albert Bassermann als Heinrich Krull), die Buhlschaft in Hofmannsthals "Jedermann" (mit →Alexander Moissi in der Titelrolle), Frau Hurtig in Shake­speares "König Heinrich IV.". Nach ihrem Engagement bei Reinhardt gastierte R. noch einige Zeit an verschiedenen Berliner Bühnen. R., die vor dem Ersten Weltkrieg zu den bekanntesten Schweizer Schauspielerinnen in Deutschland zählte, gab nach ihrer Heirat mit dem Basler Chemiker Dr. Oscar Schulthess ihre Bühnentätigkeit auf. 1924 übersiedelte sie mit ihm nach Basel, wo sie Präsidentin des Lyceum-Clubs, Mitglied des Vorstands der christkatholischen Kirche und Mitbegründerin der Freunde des PEN-Clubs war.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Paula Reimann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1474.

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