Peter-Andreas Bojack

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* 29.6.1940 Lyck (Ełk, heute: PL), † 21.10.2003 Solothurn.

Ab 1960 Studium der Theologie, Philosophie, Publizistik und Musikwissenschaft in Göttingen (1967 Staatsexamen). 1965–68 zunächst Regieassistent, dann Dramaturg am Jungen Theater Göttingen. 1968–70 Organisations- und Werbeleiter am Deutschen Theater Göttingen. 1970–74 Chefdramaturg, Leiter des künstlerischen Betriebsbüros, persönlicher Referent des Intendanten und Regisseur an der Landesbühne Hannover. Parallel dazu Ausbildung als Fotograf. 1974–76 Stellvertreter des Intendanten und Regisseur am Theater am Dom in Köln. 1976–77 freischaffender Autor. 1977–83 als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Theaterfotograf und künstlerischer Mitarbeiter des Intendanten erneut an der Landesbühne Hannover engagiert. 1983–95 war B. Direktor des →Städtebundtheaters Biel-Solothurn. Auf seinem Spielplan standen neben Klassikern (etwa von Lessing, Goethe, Molière, Shakespeare und Goldoni) häufig gespielte Dramen des 20. Jahrhunderts (etwa von Williams, →Friedrich Dürrenmatt, →Max Frisch, Sartre, →Bertolt Brecht, Botho Strauß und Thomas Bernhard) sowie Komödien (etwa von Nestroy, Curth Flatow und Ayckbourn). Daneben gab es mehrere Uraufführungen, vor allem von Schweizer Autoren (etwa 1983 →René Regenass’ "Schöne Zeiten oder Die Männergesellschaft", 1990 →Herbert Meiers "Leben ein Traum nach Calderon" und 1991 dessen "Fähnrich von S…", 1990 →Walter Oberers "Traviata 90"), sowie Schweizer Erstaufführungen (etwa 1986 "Wunschloses Unglück" nach Handke und 1992 dessen "Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land"). Regelmässig als Regisseure wirkten unter B.s Intendanz unter anderem →Rudolf Kautek, →Franz Matter, →Bruno Felix, Neidhardt Nordmann und →Günter Wissemann. B. selbst inszenierte über dreissig Produktionen, beispielsweise Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (1983), Goethes "Iphigenie auf Tauris" (1984) und "Urfaust" (1994), Lessings "Minna von Barnhelm" (1990) und "Emilia Galotti" (1994), Williams’"Die Glasmenagerie" (1984) und "Endstation Sehnsucht" (1988), Bernhards "Der Weltverbesserer" (1989) und "Der Theatermacher" (1992), Franz und Paul von Schönthans "Der Raub der Sabinerinnen", Botho Strauß’ "Die Fremdenführerin" (beide 1993) und Becketts "Warten auf Godot" (1995). Ab 1995 war B. freischaffend in den Bereichen Kulturberatung und Public Relations, Aus- und Weiterbildung sowie Managementberatung tätig. 1998–2002 Senior Consultant einer Beratungsfirma in Bern. Leiter diverser Workshops. Lehrtätigkeit: 1967–68 an der Volkshochschule Göttingen, 1971–72 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und 1971–74 an der Volkshochschule Hannover. Journalistische und publizistische Tätigkeit: 1967–68 freier Musik- und Literaturkritiker beim "Göttinger Tageblatt", 1978–83 freier Mitarbeiter unter anderem bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" und Fachzeitschriften, 1997 Mitherausgeber und verantwortlicher Redaktor des Buchs "In Ideen investieren", zu innovativen Ansätzen in den Bereichen Tourismus, Wirtschaft und Soziales.

Literatur

  • Gojan, Simone/Krafka, Elke (Hg.): Theater Biel Solothurn – Théâtre Bienne Soleure, 2004.


Autorin: Kathrina Erizar



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Erizar, Kathrina: Peter-Andreas Bojack, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 331–332.