Peter Danzeisen

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* 31.7.1941 Basel. ∞ Nina Skaletz, Schauspielerin. Vater des Schlagzeugers Philipp D. und des Schauspielers Markus D.

Nach der Matura 1960–63 Ausbildung zum Schauspieler am →Bühnenstudio Zürich, unter anderem bei →Alice Lach, →Herman Wlach, →Gustav Knuth, →Ernst Schröder, Walter Fried, →Erwin Parker, →Peter Oehme, →Reinhart Spörri, →Werner Düggelin, →Peter Löffler und →Wolfgang Reichmann. Während der Ausbildung Auftritte im letzten Programm des →Cabarets Federal (1960/61 als Peter in →Hans Gmür/→Karl Suters "Schön ist die Jugend", Regie: Spörri), am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH und am →Stadttheater Basel. Erste Engagements als Schauspieler 1963/64 an den Vereinigten Bühnen Graz (Cosme in Calderóns "Dame Kobold", Regie: Fritz Zecha), 1964–67 an den Wuppertaler Bühnen (Lucindo in Lope de Vegas "Die schlaue Susanne", Eduard in Lasker-Schülers "Die Wupper", Regie: →Hans Bauer, Zigeuner in Millers "Zwischenfall in Vichy"), 1967/68 am Stadttheater Basel (Bräker in Hacks’ "Die Schlacht bei Lobositz", Orlando in Shakespeares "Wie es euch gefällt", Regie jeweils: Spörri, Leonce in Büchners "Leonce und Lena", Regie: →Friedrich Schramm) und 1968–72 an den Bühnen der Stadt Essen (Dr. Kübel in Weiss’ "Die Versicherung", Regie: Hans Neuenfels, Titelrolle in Weiss’ "Hölderlin"). 1972–85 gehörte D. zum Ensemble des Schauspiels Frankfurt. Dort spielte er unter anderem Pandarus in Shakespeares "Troilus und Cressida" (Regie: Neuenfels), Moritz Stiefel in →Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen", verschiedene Rollen in Heiner Müllers "Zement" (Regie jeweils: Peter Palitzsch), Peachum in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper", Tusenbach in Tschechows "Drei Schwestern" (Regie: Thomas Langhoff), Lucky in Becketts "Warten auf Godot", den Anarchisten in Fos "Zufälliger Tod eines Anarchisten", den Wirt in Lessings "Minna von Barnhelm" und Gerichtsrat Walter in Kleists "Der zerbrochene Krug". Zwischen 1972 und 1980 mehrfach Mitglied des Direktoriums des Schauspiels Frankfurt (Mitbestimmungsmodell). 1985–91 Engagement am Thalia-Theater Hamburg, wo D. beispielsweise Diomedes in Kleists "Penthesilea" (Regie: Jürgen Gosch), Horatio in Shakespeares "Hamlet" (Regie: →Jürgen Flimm), Cléante in Molières "Tartuffe" (Regie: Daniel Karasek), den Ökologen in Gao Xinjangs "Yeti, der wilde Mann" (Regie: Lin Zhaohua), Jeronimus in Kleists "Die Familie Schroffenstein" und Karl in Büchners "Woyzeck" (Regie jeweils: Flimm) verkörperte. Am →Opernhaus Zürich, Zürich ZH gastierte D. 1997/98 als Marquis de Tarapot in Offenbachs "La Périchole" (Regie: Flimm). Inszenierungen am Landestheater Bruchsal und am Schauspiel Frankfurt, theaterpädagogische Aktivitäten in Essen, Frankfurt und Hamburg (Mitarbeit im Spielclub des Thalia-Theaters). Lehrtätigkeit an den Hochschulen für Theater in Frankfurt und Hamburg. Seit 1992 Direktor der Schauspiel-Akademie Zürich (seit 1999 →Theaterhochschule Zürich, Zürich ZH), 2001–03 Rektor der gesamten Hochschule Musik und Theater Zürich. 1968–72 zahlreiche Rollen in deutschen Filmen. Mitautor von "War da was? Theaterarbeit und Mitbestimmung am Schauspiel Frankfurt 1972–1980" (herausgegeben von Gert Loschütz, 1980). D. ist Mitglied der Deutschen Akademie der darstellenden Künste, Frankfurt am Main.



Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Peter Danzeisen, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 432–433.

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