Peter Kaghanovitch

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* 18.9.1953 Zürich.

Besuch der Kinder- und Jugendtheaterschule von →Rosmarie Metzenthin. Erste Auftritte unter anderem 1969 am →Opernhaus Zürich in der stummen Rolle des Herzogs Gottfried in →Richard Wagners "Lohengrin" und 1972 am →Kammertheater Stok in Manfred Züfles "Fourmière". 1972–74 war K. am Stadttheater Pforzheim engagiert, wo er den Schreiber Licht in Kleists "Der zerbrochene Krug", Mephisto in Marlowes "Dr. Faustus" und die Titelrolle in Molières "Die Streiche des Scapin" (Regie: Jochen Fölster) spielte. 1974–79 gehörte er zum Ensemble der Bühnen der Stadt Köln, dort begann seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Intendanten Hansgünther Heyme. K. verkörperte unter anderem König Karl in Schillers "Die Jungfrau von Orleans" (Regie: Heyme), den Sohn in →Georg Kaisers "Von morgens bis mitternachts" (Regie: Roberto Ciulli), Hyllos in Sophokles’ "Die Frauen von Trachis", Lysander in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Primislaus in Grillparzers "Libussa" und Horatio in Shakespeares "Hamlet" (Regie jeweils: Heyme). 1979–85 war K. unter Heymes Schauspieldirektion an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart engagiert und spielte dort unter anderem Hugo in Sartres "Die schmutzigen Hände", Alex in Mnouchkines "Mephisto" (Regie: Heyme), Menoikeus in Euripides’ "Die Phoenizierinnen", Elia in Hans Henny Jahnns "Der staubige Regenbogen", Fernando in Goethes "Stella", Oberst Eilers in →Carl Zuckmayers "Des Teufels General" (Regie: Barbara und Jürgen Esser), die Titelrolle in Schillers "Demetrius" und Don Manuel in dessen "Braut von Messina" (Regie beide: Heyme). 1985 Gastverpflichtung am Renaissance-Theater in Berlin als Vermina in Lohensteins "Sophonisbe" (Regie: Heyme). 1985–92 Ensemblemitglied am Schauspiel Essen (Direktion: Heyme), dort unter anderem Wagner in Goethes "Faust I", Jean in Strindbergs "Fräulein Julie", Kalb in Schillers "Kabale und Liebe", Zettel in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Kruk in Joshua Sobols "Ghetto" (Regie: Sobol). Daneben als Gast am Theater an der Ruhr in Mülheim (1986 Prinz Escerny in →Frank Wedekinds "Lulu", Regie: Ciulli) und am Düsseldorfer Schauspielhaus (1990 Pausanias in Hölderlins "Der Tod des Empedokles", Regie: Heyme). 1992–94 gehörte K. unter Heyme zum Ensemble des Theaters Bremen. Ab 1991 spielte K. regelmässig bei den von Heyme geleiteten Ruhrfestspielen Recklinghausen, beispielsweise Jelzin in Tariq Alis/Howard Brentons "Moskauer Gold", Athene in Homers "Die Heimkehr des Odysseus", Franz Moor in Schillers "Die Räuber", Ismene, Wächter, Haimon und Teiresias in Sophokles’ "Antigone" (1994/95, Koproduktion unter anderem mit dem →Theater an der Winkelwiese Zürich, dem →Theater Westend Zürich und dem →Théâtre Vidy in Lausanne), Bleichenwang in Shakespeares "Was ihr wollt", Pastor Manders in Ibsens "Gespenster", die Titelrolle in Strindbergs "Gustav Adolf", Trigorin in Tschechows "Die Möwe", Admetos in Euripides’ "Alkestis" (2000, Koproduktion mit dem Théâtre Vidy in Lausanne) und die Titelrolle in Lohensteins "Ibrahim Sultan". Zahlreiche Film- und Fernsehrollen.



Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Peter Kaghanovitch, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 953.