Peter Theiler

Aus Theaterlexikon
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* 25.5.1956 Basel.

Studium der Geschichte und der deutschen Literaturwissenschaft. 1979–81 Regieassistent am Musiktheater der Städtischen Bühnen Bielefeld, 1981/82 am →Grand Théâtre in Genf. 1982–87 Regieassistent und Spielleiter an der Frankfurter Oper während der zweiten Hälfte der Ära Michael Gielen/Klaus Zehelein; Mitarbeit unter anderem bei Ruth Berghaus, Christof Nel und Volker Schlöndorff. 1987–89 Regisseur am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen (deutsche Erstaufführung von Michael Tippetts "Der Irrgarten" und Johann Strauß’ "Die Fledermaus"). 1989–92 Betriebsdirektor und Regisseur an der Opéra de Nice, wo er vor allem für die Koproduktionen mit anderen europäischen Opernhäusern zuständig war (Mozarts "La finta giardiniera" und Bizets "Les Pêcheurs de perles"). Zudem Engagements als Regisseur an der Opéra national du Rhin und am Théâtre des Arts/an der Opéra de Rouen. 1991–95 Direktor des französischen Theaterfestivals "Perspectives" in Saarbrücken. 1991–94 Lehrauftrag am Opernstudio der →Musik-Akademie der Stadt Basel. 1994–96 Oberspielleiter, Bühnenbildner und Direktionsmitglied der Oper am Nationaltheater Mannheim. 1996–2001 Direktor des →Ensemble Theaters der Regionen Biel-Solothurn, dort keine eigenen Inszenierungen, aber einige Bühnenbilder (Schauspiel und Oper). T. setzte beim Opernrepertoire einen Schwerpunkt bei der französischen Oper und nahm Werke von Gounod, Ravel, Offenbach, Bizet und Saint-Saëns in den Spielplan auf. Auch im Schauspiel schenkte er französischen Stücken überdurchschnittlich viel Beachtung und brachte neben Klassikern wie Molière und Marivaux auch Gegenwartsautoren auf die Bühne, zum Beispiel die Schweizer Erstaufführung von Xavier Durringers "Schnitt ins Fleisch" (2001, Regie: Torsten Fischer). Von Anfang an versuchte T., eng mit einem Hausautor zusammenzuarbeiten (→Philipp Engelmann und Gion Mathias Cavelty). T. bemühte sich, den Radius des Ensemble Theaters für Gastspiele auszuweiten, auch über die Landesgrenzen hinaus. Dabei zielte er vor allem auf den Jurabogen und etablierte auf Veranstalterebene eine Zusammenarbeit mit dem Opéra Théâtre in Besançon, aus der zwei Koproduktionen resultierten. Seit der Spielzeit 2001/02 ist T. Generalintendant des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen. Dort liegt sein Fokus auf Raritäten des Barock und des 19. Jahrhunderts, auf der französischen und der Belcanto-Oper. Ausserdem setzt er pro Saison ein Werk der Gegenwart auf den Spielplan. Auf Koproduktionsebene arbeitet T. vor allem mit französischen und belgischen Opernhäusern zusammen.

Auszeichnungen

  • 1996 Ernennung zum Chevalier des Arts et des Lettres durch den französischen Kulturminister,
  • 2004 zum Officier des Arts et des Lettres.


Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Peter Theiler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1937–1938.