Philippe Jordan

Aus Theaterlexikon
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* 18.10.1974 Zürich. Sohn des Dirigenten →Armin J. und der Tänzerin Käthe Herkner (auch Kate H.), Bruder der Schauspielerin Pascale J.

Als Mitglied der Zürcher Sängerknaben Auftritte am →Opernhaus Zürich (erster Knabe in Mozarts "Die Zauberflöte"). 1990–94 parallel zum Gymnasium Musikstudium am Konservatorium Zürich (Klavier und Theorie). Das Dirigieren erlernte er während des Studiums autodidaktisch durch seine Tätigkeit als freier Korrepetitor beim Festival von Aix-en-Provence und am Théâtre du Châtelet in Paris (unter Armin J.) sowie am →Musiktheater der Orchestergesellschaft Biel (unter →Marc Tardue). 1994 betreute J. als Assistent von Jeffrey Tate die Neuproduktion von →Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" am Théâtre du Châtelet. Mit Tate erarbeitete er 1996/97 auch Wagners "Der fliegende Holländer" am Teatro dell’Opera in Rom. 1994–98 erstes festes Engagement am Ulmer Theater, zunächst als Korrepetitor und Assistent des Chefdirigenten James Allen Gähres, ab 1996 als erster Kapellmeister. Dort Debüt als Dirigent mit Jule Stynes Musical "Funny Girl". Abgesehen von weiteren Nachdirigaten leitete er die Neuproduktionen von Humperdincks "Hänsel und Gretel", Zellers "Der Vogelhändler", Janáčeks "Jenufa" und Donizettis "Don Pasquale". 1998–2001 war J. Kapellmeister und Assistent von Daniel Barenboim an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Dort debütierte er mit einer Neuproduktion von Darius Milhauds "Christophe Colomb" und leitete in der Folge eine grosse Anzahl Repertoirevorstellungen, unter anderem Mozarts "Don Giovanni", "Le nozze di Figaro" und "Die Zauberflöte", Rossinis "Il barbiere di Siviglia", Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", Verdis "Falstaff" und "Otello" sowie Webers "Der Freischütz". 2001–04 war J. Chefdirigent am Opernhaus Graz, wo er bereits 1997/98 mit Humperdincks "Hänsel und Gretel" gastiert hatte. Dort dirigierte er die Neuinszenierungen von Tschaikowskys "Eugen Onegin", Brittens "The Turn of the Screw", Johann Strauß’ "Die Fledermaus", Mozarts "Don Giovanni" und Verdis "Don Carlo". Ab 1997 diverse Gastverpflichtungen, unter anderem an der Opera Ireland in Dublin, am Aalto-Theater Essen und am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel (Rossinis "Il turco in Italia"), in Ulm (Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann" und Richard Strauss’ "Elektra"), am →Grand Théâtre in Genf (2000 Mozarts "Così fan tutte"), am Théâtre du Châtelet in Paris, an der Staatsoper Wien (2000 Lehárs "Die lustige Witwe"), an der Semperoper in Dresden (2001 Puccinis "Tosca"), an der Opéra de Lyon, am Festival von Aix-en-Provence (2001 Mozarts "Die Zauberflöte"), in Houston (2002 USA-Debüt mit Saint-Saëns’ "Samson et Dalila"), am Glyndebourne Festival (2002 Bizets "Carmen"), an der Metropolitan Opera in New York (2002 Johann Strauß’ "Die Fledermaus") sowie an die Covent Garden Opera in London (2003 Mozarts "Die Zauberflöte"). Als Chefdirigent des Grazer Philharmonischen Orchesters leitet J. auch die Symphoniekonzerte. Als Pianist wirkt er regelmässig in Kammermusikkonzerten und bei Liederabenden.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Philippe Jordan, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 938.

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