Pierre Gauchat

Aus Theaterlexikon
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* 5.1.1902 Zürich, † 26.2.1956 Kairo (ET).

1916–20 Fachklasse Grafik an der Kunstgewerbeschule Zürich, 1921 Kunstgewerbeschule München, 1922 Diplom der Fachklasse für Grafik in Zürich (bei Ernst Keller), ab 1924 dort eigenes Atelier. G. arbeitete als freischaffender Grafiker und Maler, illustrierte Bücher, gestaltete unter anderem Plakate, Briefmarken sowie Banknoten und war auf internationalen Kunst- und Kunstgewerbeausstellungen vertreten. Zudem 1926–45 Lehrer für Freihandzeichnen an der Kunstgewerbeschule Zürich, bis 1950 Zeichenunterricht am Kantonalen Gymnasium Zürich. Im Theaterbereich ist sein Name vor allem mit dem Marionettentheater in Zürich verbunden. Bereits als Schüler der Kunstgewerbeschule Zürich kam er mit dem →Schweizerischen Marionettentheater im Kunstgewerbemuseum der Stadt Zürich in Berührung, das unter der Leitung →Alfred Altherrs in die Schule integriert worden war. 1930 stattete er dort Pergolesis "Der getreue Musikmeister" aus. 1942 wirkte er bei der Neugründung der Nachfolgerbühne dieses Marionettentheaters, den →Zürcher Marionetten, mit und schuf bis 1946 künstlerisch anmutige und einfühlsame Puppenentwürfe und Ausstattungen wie 1942 Carl Maria von Webers "Abu Hassan", 1944 Ursula am Bühls "Kalif Storch" nach Wilhelm Hauff und deren "Bremer Stadtmusikanten" nach den Brüdern Grimm, 1945 Pergolesis "La serva padrona" und 1946 →Edwin Arnets "Das Sternenkind" nach Oscar Wilde sowie Mozarts "Bastien und Bastienne". G. stattete 1929 Bizets "Carmen" (Regie: →Paul Trede) am →Stadttheater Zürich aus, 1932 entwarf er für →Othmar Schoecks "Venus" Bühnenbild und Kostüme (ausgeschriebener Wettbewerb des Stadttheaters Zürich, nicht realisiert, für den Entwurf Bronzemedaille an der Triennale in Mailand 1936) sowie 1941 für Schillers "Wilhelm Tell" (Regie: →Oskar Wälterlin) am →Schauspielhaus Zürich. In G.s Publikation "Marionetten" (1949) sind seine Entwürfe und die von →Carl Fischer geschnitzten Marionetten dokumentiert. Unter anderem fanden 1960 in Zürich und 1964 in Basel Gedächtnisausstellungen statt.

Literatur

  • Zürcher Puppenspiele, 1963 [Katalog zur Ausstellung im Helmhaus Zürich].

Nachlass

  • Figuren in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern,
  • und im Museum Bellerive in Zürich.


Autorin: Hana Ribi



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Ribi, Hana: Pierre Gauchat, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 682–683.

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