Regine Lutz

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* 22.12.1928 Basel.

Bereits während des Gymnasiums Deklamationsunterricht am →Konservatorium Basel. In Basel erster öffentlicher Auftritt 1944 bei der konzertanten Uraufführung von →Hans Haugs "Ariadne". Engagement als Elevin 1947 am →Schauspielhaus Zürich, dort bis 1949 rund zwanzig Rollen, darunter Arabella in Lessings "Miss Sara Sampson" (Regie: →Oskar Wälterlin) und das Kuhmädchen in der Uraufführung von →Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht" (Regie: →Kurt Hirschfeld/Brecht). Brecht engagierte L. 1949 ans Berliner Ensemble, unter anderem spielte sie bei der Eröffnungsvorstellung wieder das Kuhmädchen (Regie: Brecht/Erich Engel), 1950 Gustchen in Lenz’ "Der Hofmeister" (in der Bearbeitung des Berliner Ensembles, Regie: Brecht/→Caspar Neher), 1951 Yvette in Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" und 1952 Eva in dessen "Herr Puntila und sein Knecht Matti" (Regie der Neuinszenierungen beide: Brecht), 1952 Eve in Kleists "Der zerbrochne Krug" (Regie: →Therese Giehse), 1954 Charlotte in Molières "Don Juan" (in der Bearbeitung des Berliner Ensembles, Regie: →Benno Besson), 1955 Viktoria Balance in der Bearbeitung von Farquhars "Pauken und Trompeten" (Regie: Besson), 1957 Virginia in Brechts "Leben des Galilei" (Regie: Engel), 1959 Betty Dullfeet in Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" (Regie: Manfred Wekwerth/Peter Palitzsch), 1960 Polly in Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper" (Regie: Engel). Eigens für die Schauspielerin L. bearbeitete Brecht "Pauken und Trompeten" und entwickelte aus der Fabel "Turandot" sein Stück "Turandot oder Der Kongress der Weisswäscher". Ab 1958 folgten, zunächst parallel zum Berliner Ensemble, Engagements unter anderem am Nationaltheater Mannheim (Titelrolle in Shaws "Cäsar und Cleopatra", Klärchen in Goethes "Egmont"), 1960 am Theater am Kurfürstendamm Berlin (Lydia in Sternheims "Die Kassette", Regie: Rudolf Noelte), ab 1961 in Köln, Wuppertal, Bremen, erneut am Schauspielhaus Zürich (1967 Ruth in Pinters "Die Heimkehr", Regie: René Deltgen) und 1968–70 unter der Direktion von →Werner Düggelin an den →Basler Theatern (unter anderem: Alice in der Uraufführung von →Friedrich Dürrenmatts "Play Strindberg", Regie: Dürrenmatt/→Erich Holliger; Sonja in Tschechows "Onkel Wanja", Regie: →Hans Bauer). Nach ihrer Heirat 1970 war L. nur noch zeitweilig bühnentätig, 1972 spielte sie die Titelrolle in der Uraufführung von →Rolf Hochhuths "Die Hebamme" am Staatstheater Kassel und 1976 die Titelrolle in Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall. 1977 gastierte sie am Bayerischen Staatsschauspiel München (Nadja in Stoppards "Travesties", Regie: →Hans Lietzau), 1979/80 gehörte sie unter der Intendanz von Boy Gobert zum Ensemble des Thalia-Theaters Hamburg (Marthe in Goethes "Faust I", Regie: →Hans Hollmann), 1980–85 ebenfalls unter Goberts Intendanz zum Ensemble der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Danach trat L. unter anderem am Fritz Rémond Theater im Zoo in Frankfurt am Main, an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau, am Schauspielhaus Zürich, an der Komödie Winterhuder Fährhaus in Hamburg, an der Komödie Berlin, am Schauspielhaus Bochum und am Bayerischen Staatsschauspiel München (1994 Miss Prism in Wildes "Bunbury", Regie: Leander Haußmann) sowie auf zahlreichen Tourneen auf. Im Sommer 2000 spielte sie am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin in der Regie des Autors nochmals die Titelrolle in Hochhuths "Die Hebamme". 1993 veröffentlichte L. das Lehrbuch "Schauspieler – der schönste Beruf. Einblicke in die Theaterarbeit" und lehrte daraufhin an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München, später an den Hochschulen für Musik und Theater in Rostock und Leipzig, an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, am Mozarteum Salzburg und der Folkwang Hochschule in Essen. Zahlreiche Rollen in Film (unter anderem 1975 Else Woltersheim in Volker Schlöndorffs Heinrich-Böll-Verfilmung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum") und Fernsehen.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Regine Lutz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1143–1144, mit Abbildung auf S. 1144.

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