René Scheibli

Aus Theaterlexikon
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* 23.9.1936 Zürich. Vater des Schauspielers →Niklaus S.

Handelsdiplom. Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich (Abschluss 1959). 1959–68 war S. Ensemblemitglied des →Schauspielhauses Zürich. Sein Debüt gab er 1959 als Atalus in Grillparzers "Weh dem, der lügt" (Regie: →Oskar Wälterlin). Weitere Rollen waren unter anderem: 1961 Laertes in Shakespeares "Hamlet" (Regie: →Leopold Lindtberg) und Scipio in Camus’ "Caligula" (Regie: →Werner Düggelin), 1962 Pylades in Goethes "Iphigenie auf Tauris" (Regie: →Gert Westphal) und Lysander in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (Regie: Lindtberg), 1964 Karl Moor in Schillers "Die Räuber" (Regie: Düggelin) und 1966 Cassio in Shakespeares "Othello" (Regie: Lindtberg). 1966 gastierte S. an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin als Bräker in Hacks’ "Die Schlacht bei Lobositz" (Regie: Hartmut Lange). 1968–77 gehörte er zum Ensemble der →Basler Theater. Seine wichtigsten Rollen waren dort 1971 Franz Moor in Schillers "Die Räuber" (Regie: →Kosta Spaic) und Malvolio in Shakespeares "Was ihr wollt" (Regie: Düggelin), 1974 Alfred in Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" (Regie: →Hans Hollmann) und Carlos in Goethes "Clavigo" (Regie: Max Peter Ammann), 1976 Polonius in Shakespeares "Hamlet" (Regie: Düggelin) sowie 1977 Merkur in Kleists "Amphytrion" (Regie: Gustav Rudolf Sellner). 1977–2001 gehörte S. wiederum zum Ensemble des Schauspielhauses Zürich. Neben zahlreichen anderen Rollen spielte er 1979 Squenz in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (Regie: →Gerhard Klingenberg), 1981 Sir Toby in Shakespeares "Was ihr wollt" (Regie: →Gerd Heinz), 1982/83 Heinz in der Reihe "D’Familie Chäller" (Regie: →Jean Grädel), 1985 Narcissus in Racines "Britannicus" (Regie: Thomas Reichert) und Pickering in William Congreves "Der Lauf der Welt", 1986 Paulet in Schillers "Maria Stuart", Fleig in der Uraufführung von →Philipp Engelmanns "Hochzeitsfahrt" (Regie jeweils: Heinz) und Fluth in Shakespeares "Die lustigen Weiber von Windsor" (Regie: Hollmann), 1990 Billing in Ibsens "Ein Volksfeind" (Regie: →Achim Benning), 1994 Dr. Hügli in Hermann Brochs "Die Entsühnung" (Regie: Daniel Karasek), 1995 Egli in →Friedrich Dürrenmatts "Frank der Fünfte" (Regie: →Maria Becker), 1996 den Kellner in Cooneys "Ausser Kontrolle" (Regie: Karasek), 1997 Gepetto in Carlo Collodis "Pinocchio" (Regie: →Philippe Besson), 1998 den Souschef in →Thomas Hürlimanns "Das Lied der Heimat" (Regie: Düggelin). S. ist in Zürich vor allem bekannt als langjähriger und sehr vielseitiger Schauspieler des Schauspielhauses. Zusätzlich arbeitete er als Regisseur, unter anderem an der →Innerstadtbühne Aarau (1967 Félicien Marceaus "Das Ei"), am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (zum Beispiel 1973 Bréals "Das grosse Ohr", 1977 Goldonis "Der Impresario aus Smirna"), am →Stadttheater Luzern (1980 →Herbert Meiers "Stauffer-Bern"), an den Basler Theatern (unter anderem 1975 →Paul Hallers "Marie und Robert", 1976 Uraufführung von →Frank Geerks "Die Schwärmer"), am Schauspielhaus Zürich (1980 Goldonis "Die Gastwirtin", 1990 Uraufführung von →Hubert Kronlachners "Abraham sass nah am Abhang …") sowie am →Bernhard-Theater in Zürich (etwa 1993 die Schweizer Erstaufführung von Cooneys "Alles im Griff" oder 2000 Stanley Prices "Ein Joghurt für zwei"). S. übersetzte Komödien (vor allem von Labiche) und erarbeitete Dialektfassungen verschiedener Stücke, etwa für das Kinder- und Jugendtheater. Zudem zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen sowie Sprecherrollen, Hörspielbearbeitungen und Übersetzungen für das Schweizer Radio DRS. Lehrtätigkeit am Intermediären Studio des Konservatoriums Basel sowie seit 1977 im Fach "Szenischer Unterricht" an der Schauspiel-Akademie/→Hochschule Musik und Theater in Zürich.



Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: René Scheibli, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1591.

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