Renate Lenhart

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* 15.2.1940 Hohenau (A). ∞ →Marc Belfort, langjähriger Leiter des →Internationalen Opernstudios Zürich.

Gesangsstudien in Wien, später Kontrollunterricht bei Belfort in Zürich. Engagements 1963/64 am Landestheater Salzburg, 1964–67 an der Kammeroper Wien und 1967–2002 am →Opernhaus Zürich. Debüt 1963 als Cherubino in Mozarts "Le nozze di Figaro" am →Stadttheater Bern. Als lyrische Koloratursopranistin gehörte sie am Opernhaus Zürich während über drei Jahrzehnten zu den allzeit verlässlichen, beliebten Ensemblemitgliedern. Höhepunkte ihres Repertoires waren unter anderem Marzelline in Beethovens "Fidelio", Micaëla in Bizets "Carmen", Glauce in Cherubinis "Médée", Lady Harriet Durham in Flotows "Martha", Gretel in Humperdincks "Hänsel und Gretel", Lisa in Lehárs "Das Land des Lächelns", Baronin Freimann in Lortzings "Der Wildschütz", Anna in Heinrich Marschners "Hans Heiling", Miranda in →Frank Martins "Der Sturm", die Mozart-Partien Zerlina in "Don Giovanni", Susanna in "Le nozze di Figaro", Pamina in "Die Zauberflöte", Frau Fluth in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", Antonia in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann", Lauretta in Puccinis "Gianni Schicchi" und Liù in dessen "Turandot", Marie in Smetanas "Die verkaufte Braut", Adele in Johann Strauß’ "Die Fledermaus", Sophie in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", Alice Ford in Verdis "Falstaff" und Ännchen in Webers "Der Freischütz". Besondere Erwähnung verdient ihre Mitwirkung im Monteverdi-Zyklus von →Nikolaus Harnoncourt und Jean-Pierre Ponnelle sowie in den Schweizer Erstaufführungen von →Paul Burkhards "Ein Stern geht auf aus Jaakob" (1973 als Maria, Regie und musikalische Leitung: Burkhard), Dvořáks "Der Jakobiner" (1978 als Terinka, Regie: →Václav Kašlík, musikalische Leitung: →Ferdinand Leitner), Ginasteras "Bomarzo" (1970 als Julia Farnese, Regie: Imo Moszkowicz, musikalische Leitung: Leitner) und Henzes "Il re cervo" (1969 als Costanza, Regie und Ausstattung: Ponnelle, musikalische Leitung: Henze). In späteren Jahren wurden L.s Aufgaben kleiner. Sie vermochte jedoch zahlreichen Charakterpartien – beispielsweise Pollicinos Mutter in Henzes "Pollicino", Praskowia in Lehárs "Die lustige Witwe", Madame Euterpova in Menottis Kinderoper "Hilfe! Hilfe! Die Globolinks!", Ludmila in Smetanas "Die verkaufte Braut", der Aufseherin in Richard Strauss’ "Elektra" und Giovanna in Verdis "Rigoletto"– lebendige, prägnante Gestalt zu geben. Gastverpflichtungen unter anderem in Bordeaux, Köln und an der Staatsoper Wien als Sophie sowie in Amsterdam, bei den Bregenzer Festspielen, an der Bayerischen Staatsoper München (Pamina), in Rio de Janeiro, São Paulo, Stuttgart und an der Volksoper Wien. Sang auch in Konzerten.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Renate Lenhart, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1096–1097.

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