Renate Steiger

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* 19.7.1933 Kreuzlingen TG. ∞ →Claus Bremer, Dramaturg, Autor und Regisseur.

Zunächst Sekretärin, dann Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich. 1956–57 erste Rollen am →Schauspielhaus Zürich unter der Direktion →Oskar Wälterlins. Erste feste Engagements 1957–61 am Landestheater Darmstadt (Gretchen in Goethes "Urfaust", Regie: →Werner Düggelin, Elektra in Sartres "Die Fliegen", Regie: Gustav Rudolf Sellner, Shen Te in →Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" sowie verschiedene Rollen in Ur- und Erstaufführungen, etwa von Ezra Pound, Audiberti, Ionesco) und 1962–65 am Ulmer Theater (Marie in Büchners "Woyzeck" und Lizzy in O’Neills "Ein Mond für die Beladenen", Regie jeweils: Kai Braak, sowie in Ur- und Erstaufführungen von →Daniel Spoerri, Gerhard Rühm, Paul Pörtner, Jean Vauthier). 1963 spielte S. an den Münchner Kammerspielen Thérèse in Vitracs "Victor oder Die Kinder an die Macht" (Regie: Jean Anouilh). 1966–72 wirkte sie als Gast an verschiedenen Theatern, unter anderem 1966 am Theater der Freien Hansestadt Bremen (Ismene in Hölderlins "Antigone", Regie: Kurt Hübner, Frau Miller in Schillers "Kabale und Liebe", Regie: →Peter Stein, sowie in der Uraufführung von Martin Sperrs "Jagdszenen in Niederbayern"), 1969–70 am Schauspielhaus Zürich (unter anderem Su in der Uraufführung von Brechts «Turandot oder Der Kongress der Weiss­wäscher», Regie: →Benno Besson/Horst Sagert) und am →Stadttheater St. Gallen (Temple Drake in Faulkners "Requiem für eine Nonne"), 1971 am Staatstheater Kassel (Titelrollen in Kleists "Penthesilea" und in Aristophanes/Bremers "Lysistrata"). Es folgten Engagements 1972–75 am Düsseldorfer Schauspielhaus (Dorothy in Adamovs "Off Limits", Regie: Klaus Michael Grüber, Atossa in Aischylos/Bremers "Die Perser", Katja Felsen in Isaak Babels "Marija"), 1976–78 am →Theater am Neumarkt Zürich (Franz Xaver Kroetz’ Monologe "Weitere Aussichten" und "Reise ins Glück", Titelrolle in Gorkis "Wassa Schelesnowa"), 1978 an der Freien Volksbühne Berlin, 1979 bei den Festspielen Bad Hersfeld (Betty Dullfeet in Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui"), 1979–83 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart (unter anderem Amme in Roberto Ciullis "Medea" und Amme in Shakespeares "Romeo und Julia"). 1984–2000 war S. Ensemblemitglied des Schauspielhauses Zürich. Dort spielte sie unter anderem 1985 Martha Horat in der Uraufführung von →Thomas Hürlimanns "Stichtag" (Regie: →Matthias Langhoff), 1986 die Mutter in →Hansjörg Schneiders "Altwiibersummer" (Regie: →Peter Arens), 1987 Frau Bruscon in Bernhards "Der Theatermacher" (Regie: →Hans Lietzau) und Frau Rose in →Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker" (Regie: →Achim Benning), 1988 Galy Gays Frau in Brechts "Mann ist Mann" (Regie: Besson), 1994 Frau Biedermann in →Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter" (Regie: Daniel Karasek), 1995 Ottilie in Dürrenmatts "Frank V."(Regie: →Maria Becker), 1999 Njanja in Babels "Marija" (Regie: Dieter Giesing). Ausserdem Sprechrollen in Musikwerken (unter anderm in →Arthur Honeggers "Le Roi David", Tonhalle Zürich 1998) sowie zahlreiche Rollen in Hörspielen des Schweizer Radios DRS und des Südfunks Stuttgart, in Fernsehspielen und -serien (unter anderm Lilian Lüthi in der Soap "Lüthi & Blanc", Schweizer Fernsehen DRS ab 1999) und Filmen (unter anderem 1981 Anna Flückiger in →Markus Imhoofs "Das Boot ist voll" und 1985 Agnes Tanner in Xavier Kollers "Der schwarze Tanner").

Literatur

  • Voser, Hans Ulrich: R. S. und Claus Bremer: ein Künstler-Ehepaar auf der Forch. In: Maurmer Neujahrs-Blätter 1995.


Autorin: Kathrina Erizar



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Erizar, Kathrina: Renate Steiger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1742–1743.

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