Richard Schweizer

Aus Theaterlexikon
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* 23.12.1900 Zürich, † 30.3.1965 Zürich. Sohn des Coiffeurmeisters und Leiters des →Dramatischen Vereins Zürich Friedrich S., Bruder des Schauspielers →Armin S.

Lehre als Theatermaler, danach als Maler, Bühnenbildner, Requisiteur und Bühnenarbeiter am →Stadttheater Zürich tätig. Daneben Filmrezensent für die "Neue Zürcher Zeitung". Mitte der zwanziger Jahre Aufenthalt in Berlin, von wo S. als freier Journalist für verschiedene Schweizer Tageszeitungen berichtete. Nach der Rückkehr in die Schweiz (1930) zunächst freier Lokalredaktor für die "Neue Zürcher Zeitung", dann ständiger Mitarbeiter der Praesens-Film AG, für die S. als Regisseur tätig war, vor allem aber Drehbücher für Werbe-, Dokumentar- und später für zahlreiche Spielfilme schrieb. 1938 war S. indirekt über seine Frau Ruth S.-Langnese und seinen Schwager →Rolf Langnese an der Gründung der Neuen Schauspiel AG, der neuen Trägerschaft des →Schauspielhauses Zürich, beteiligt, dessen kaufmännischer Direktor und Vizedirektor er 1938–40 war. Ab 1940 erneut fest angestellter Drehbuchautor bei der Praesens-Film AG. Aus der engen Zusammenarbeit mit dem Regisseur →Leopold Lindtberg und unter Mitwirkung vieler Schauspielerinnen und Schauspieler vom Schauspielhaus Zürich, darunter →Therese Giehse, →Anne-Marie Blanc, →Heinrich Gretler, entstanden künstlerisch anspruchsvolle Spielfilme, die im Kontext der geistigen Landesverteidigung politisch pointiert waren und "Widerstand des Menschlichen gegen den Totalitarismus" (Schaub) propagieren wollten, wie etwa "Füsilier Wipf" (1938), "Marie-Louise" (1944), "Landammann Stauffacher" (1941) und "Die letzte Chance" (1945). Zusammenarbeit mit →Franz Schnyder bei "Gilberte de Courgenay" (1941) und zahlreichen →Gotthelf-Verfilmungen, unter anderem "Uli der Knecht" (1954), "Uli der Pächter" (1955), "Die Käserei in der Vehfreude" (1958). 1952 bis zu seinem Tod war S. Verwaltungsratspräsident der Neuen Schauspiel AG. 1960 ernannte ihn der Schweizerische Schulrat zum Präsidenten der Aufsichtskommission des Thomas-Mann-Archivs der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

Auszeichnungen

  • 1945 und 1948 Oscar für das beste Drehbuch für "Marie-Louise" und "Die Gezeichneten" von Fred Zinnemann.

Literatur

  • Aeppli, Felix/Wider, Werner: Der Schweizer Film 1929–1947, 1981.
  • Dumont, Hervé: Geschichte des Schweizer Films, 1987.
  • Schaub, Martin: Film in der Schweiz, 1997.

Nachlass

  • Stadtarchiv Zürich.


Autorin: Ute Kröger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Kröger, Ute: Richard Schweizer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1654–1655.

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