Robert Freitag

Aus Theaterlexikon
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* 7.4.1916 Wien (A), auch Freytag. Sohn des Opernsängers Otto Freytag, Bruder des Schauspielers →Otto F., Vater der Schauspieler →Benedict F. und →Oliver Tobias. ∞ I. 1945 →Maria Becker, Schauspielerin, ∞ II. 1966 Maria Sebaldt, Schauspielerin.

Realgymnasium in Wien, 1932–38 Arbeit in verschiedenen Berufen, unter anderem als Bergführer. 1938 Gesangsunterricht bei Johannes Steiner in Berlin. 1939–41 Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, daneben 1940 Miltärdienst in der Schweiz. 1941–52 Engagement als Utilité am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH, Debüt als Melchtal in Schillers "Wilhelm Tell", dann unter anderem Theodor in Schnitzlers "Liebelei", Achill in Kleists "Penthesilea" (mit Becker), Roller in Schillers "Die Räuber", Durchbruch 1944/45 als Petrucchio in Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" (mit Becker), 1946 Titelrolle in Schillers "Wilhelm Tell", Rittmeister in der Uraufführung von →Max Frischs "Santa Cruz", Eilers in der Uraufführung von →Carl Zuckmayers "Des Teufels General", 1950 Mercutio in Shakespeares "Romeo und Julia". Gastengagements unter anderem an den Salzburger Festspielen, am Deutschen Schauspielhaus und den Kammerspielen in Hamburg, am →Theater am Central in Zürich (Lord Goring in Wildes "Ein idealer Gatte") und an der Kleinen Komödie München. Gastinszenierungen unter anderem am Schauspielhaus Zürich (1956 Pirandellos "Wie du mich willst", 1960 Claudels "Mittagswende", 1961 Strindbergs "Nach Damaskus"), an der →Komödie Basel (1962 Shaws "Helden") und an der Königlichen Vlaamsken Schouwburg in Brüssel (Osbornes "Luther", Schillers "Don Carlos", Shakespeares "Romeo und Julia"). 1958 Gründung und bis 1992 Leitung des Tourneetheaters Die →Schauspieltruppe Zürich (zusammen mit Becker und →Will Quadflieg), für das F. unter anderem Goethes "Torquato Tasso" und "Iphigenie auf Tauris", Kleists "Penthesilea", Ibsens "Rosmersholm" und Tschechows "Onkel Wanja" inszenierte, unter Beckers Regie spielte F. unter anderem Mr. Antrobus in Wilders "Wir sind noch einmal davon gekommen", Leporello in Grabbes "Don Juan und Faust" sowie unter der Regie seines Sohnes Oliver Tobias 1991 Pastor Manders in Ibsens "Gespenster". Seit 1941 auch internationale Filmtätigkeit, seit 1966 diverse Fernsehrollen. 1994 erschien F.s Autobiografie "Es wollt mir behagen mit Lachen die Wahrheit zu sagen".



Autorin: Anna Beck



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Beck, Anna: Robert Freitag, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 633.

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