Rolf Haunstein

Aus Theaterlexikon
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* 18.1.1943 Dresden (D).

Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte H. privat Gesang bei Johannes Kemter in Dresden und Kurt Rehm in Berlin. 1964 erstes Engagement am Deutsch-Sorbischen Volkstheater in Bautzen, wo H. als Minister in Beethovens "Fidelio" debütierte. 1966–69 war der Bariton H. am Stadttheater Freiberg und 1969–71 am Theater der Stadt Cottbus tätig, 1971 wurde er an die Staatsoper Dresden engagiert, wo er bis 1991 als ständiger Gast über siebzig Partien verkörperte, unter anderem Posa in Verdis "Don Carlos", Rigoletto in Verdis gleichnamiger Oper, Silvio und Tonio in →Ruggero Leoncavallos "I Pagliaggi", Scarpia in Puccinis "Tosca", Kurwenal in →Richard Wagners "Tristan und Isolde", und 1973 als Willhun in der Uraufführung von Udo Zimmermanns "Levins Mühle" mitwirkte. Ab 1977 sang H. auch am Opernhaus Leipzig, unter anderem die Titelpartien in Verdis "Nabucco" (1988) und "Macbeth", Tschaikowskys "Eugen Onegin" und Werner Egks "Peer Gynt" (unter der Leitung des Komponisten). Zur Wiedereröffnung der Semperoper in Dresden 1985 sang er den Faninal in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier" (Regie: Joachim Herz, musikalische Leitung: Hans Vonk; CD-Aufzeichnung) sowie die Wagner-Partien Beckmesser in "Die Meistersinger von Nürnberg" und Holländer in "Der fliegende Holländer" (Regie beide: Wolfgang Wagner). 1979–90 war H. ständiger Gast an der Komischen Oper Berlin und der Staatsoper Berlin, wo er vor allem das Wagner- und das italienische Repertoire seines Fachs (auf deutsch) sang. Seit 1991 ist H. am →Opernhaus Zürich engagiert. Er sang dort unter anderem die Wagner-Partien Telramud in "Lohengrin" (1991, Regie: Robert Wilson, musikalische Leitung: →Ralf Weikert), 1996 Klingsor in "Parsifal" (Regie: →Hans Hollmann, musikalische Leitung: →Franz Welser-Möst), 1999 Biterolf in "Tannhäuser" (Regie: Jens-Daniel Herzog, musikalische Leitung: Welser-Möst), 1999–2002 Alberich in "Der Ring des Nibelungen" (Regie: Wilson, musikalische Leitung: Welser-Möst), Dikoj in Janáčeks "Katja Kabanova" (Regie: Ruth Berghaus), Schtechelkalow in Mussorgskys "Boris Godunow", Tierbändiger/Athlet in Bergs "Lulu", 1998 den Nachtwunderer in der Schweizer Erstaufführung von Hans Pfitzners "Die Rose vom Liebesgarten" und 1999 General Vliessen in der Schweizer Erstaufführung von Johann Strauß’ "Simplicius" (Regie beide: David Pountney, musikalische Leitung: Welser-Möst; CD-Aufzeichnung). Zahlreiche Gastspiele in Europa (unter anderem 1995 am →Stadttheater St. Gallen Musiklehrer in Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos" und Jupiter in Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt") und Japan.

Auszeichnungen

  • 1976 Ernennung zum Kammersänger in Dresden.


Autorin: Nina Debrunner



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Debrunner, Nina: Rolf Haunstein, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 806.

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