Rosalia Chladek

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* 21.5.1905 Brünn (Brno, heute: CZ), † 3.7.1995 Wien (A).

Ausbildung 1921–24 an der Neuen Schule Hellerau. 1924 Debüt als Solotänzerin in Dresden. 1924–28 Pädagogin in Hellerau und Hellerau-Laxenburg und Mitglied der Tanzgruppe von Valeria Kratina. 1928–30 wirkte sie in Basel, unterrichtete Körperbildung am →Konservatorium Basel und gastierte als Ballettmeisterin am →Stadttheater Basel, choreografierte dort für die Ensemblemitglieder sowie ihre erste eigene Gruppe aus Schülern. Für die Aufführung von Charles Ferdinand Ramuz/Strawinskys "Die →Geschichte vom Soldaten"arbeitete sie mit →Walter Felsenstein zusammen und tanzte die Prinzessin; der Regisseur spielte den Teufel und →Oskar Wälterlin war der Sprecher. In ihren Choreografien zu Strawinskys "Petruschka" und dessen "Pulcinella" sowie Glucks "Don Juan" interpretierte sie selbst die männlichen Titelrollen. Zum Mozartfest im Stadtcasino Basel setzte sie Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" tänzerisch um, wobei →Paul Sacher dirigierte. Bei einem sehr erfolgreichen Solotanzabend mit "Engel der Verkündigung" (Musik: →Arthur Honegger) und "Marien-Wiegenlied" wurde sie von →Felix Weingartner begleitet. 1930 kehrte sie als Leiterin nach Hellerau-Laxenburg zurück und leistete dort und später an verschiedenen Institutionen in Berlin und Wien als Pädagogin, Tänzerin und Choreografin Hervorragendes. Sie entwickelte ihr eigenes Körperbildungssystem, dessen Bewegungen natürlich aus den Gesetzmässigkeiten des Körpers entstehen, war eine der reifsten Ausdruckstänzerinnen und schuf ein immenses choreografisches Werk für Tanzgruppen und im Rahmen von Schauspiel, Oper, Operette, Film und Fernsehen. In der Schweiz war sie nach dem Sommerkurs des →SBTG von 1949 im →Theatersaal Rigiblick in Zürich wieder kontinuierlich pädagogisch tätig und besonders seit der Gründung einer Schweizer Arbeitsgemeinschaft der Internationalen Gesellschaft Rosalia Chladek 1972 mit vielen Schweizer Tanzschaffenden verbunden.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 2. Preis beim ersten internationalen Wettbewerb für Choreografie 1932 in Paris,
  • 2. Preis beim ersten internationalen Wettbewerb für Solotanz 1933 in Warschau,
  • Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse 1960,
  • Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien 1971,
  • Eschilo d’Oro Italien,
  • Ehrenmitglied der deutschen Akademie des Tanzes.

Literatur

  • Klingenbeck, Fritz: Die Tänzerin R. C., 1936.
  • Buschbeck, Axel Carl: R. C., Dissertation der Universität Wien, 1973.
  • Alexander, Gerda/Groll, Hans (Hg.): Tänzerin, Choreografin, Pädagogin R. C., 1995 [erweiterte Auflage].

Nachlass

  • Pädagogischer Nachlass im Chladek-Archiv Wien.
  • Choreografisch-tänzerischer Nachlass im Theatermuseum Wien.


Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Rosalia Chladek, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 380.

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