Rudolf Berger

Aus Theaterlexikon
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* 11.8.1960 Basel.

Aufgewachsen in Innsbruck, dort Studium der Musikwissenschaft sowie Gesangsausbildung am Konservatorium Innsbruck und an der Musikhochschule Wien. 1979–83 am Tiroler Landestheater in Innsbruck Regieassistent und Sänger (Masetto in Mozarts "Don Giovanni", Dr. Malatesta in Donizettis "Don Pasquale"), 1983–85 Regieassistent und Abendspielleiter an der Wiener Kammeroper. 1985–89 Leiter des Betriebsbüros an der Opéra in Nizza, daneben 1986–89 Oberspielleiter des Musikfestivals von Aix-en-Provence. 1989–90 Konsulent bei der Agentur Musica Glotz in Paris. 1991–94 Chefdisponent an der Staatsoper Wien unter Eberhard Waechter und Ioan Holender. 1995–97 war B. Intendant der Wiener Kammeroper und des Sommerfestivals der Kammeroper "Mozart in Schönbrunn". Für die Kammeroper rief B. ein hauseigenes Orchester ins Leben. Gespielt wurden unter anderem Offenbachs "Les Brigands" in der Regie von →Dimitri sowie Weills "Der Zar lässt sich photographieren" und Gershwins "Blue Monday". 1997–2003 war B. als Nachfolger von Laurent Spielmann Intendant der Opéra national du Rhin der Städte Strassburg, Mühlhausen und Kolmar. Direktor des Balletts war Bertrand d’At (eigene Choreografie zu Tschaikowskys "Schwanensee"); die Chefdirigenten der beiden Orchester und musikalische Leiter vieler Produktionen waren Jan Latham-Koenig (Orchestre Philharmonique de Strasbourg) und Cyril Diederich (Orchestre Symphonique de Mulhouse). Zur Aufführung gelangten in einem vielseitigen Spielplan unter anderem Donizettis "La Fille du régiment", Verdis "Macbeth" (Regie: Olivier Tambosi), "Simone Boccanegra" (Regie: David Pountney) und "Attila" (Regie: →Jean-Claude Auvray, musikalische Leitung: Marcello Bufalini), Puccinis "La Bohème" (Regie: Thorsten Fischer) und "Turandot" (Regie: Renate Ackermann), Mozarts "La clemenza di Tito" (Regie: Pountney, musikalische Leitung: Dietfried Bernet) und "Die Zauberflöte" (Regie: Achim Freyer, musikalische Leitung: Jan Willem de Vriend), →Richard Wagners "Tristan und Isolde" (Regie: Philippe Arlaud) und "Der fliegende Holländer" (Regie: Arlaud, musikalische Leitung: Julia Jones), Richard Strauss’ "Elektra" (Regie: Stéphane Braunschweig) und "Arabella" (Regie: Brigitte Fassbaender, musikalische Leitung: Bernet), die französische Erstaufführung von Tschaikowskys "Die Jungfrau von Orléans" (Regie: Ackermann, musikalische Leitung: Oleg Caetani), Gounods "Roméo et Juliette", Poulencs "Dialogues des Carmélites" (Regie: →Marthe Keller), →Arthur Honeggers "Les Aventures du roi Pausole" (Regie: Georges Lavaudant, musikalische Leitung: Marc Trautmann), Brittens "A Midsummer Night’s Dream" (Regie: Robert Carsen, musikalische Leitung: Jones), Korngolds "Die tote Stadt" (Regie: Inga Levant), im Rahmen eines "Cycle opéra américain" André Previns "A Streetcar Named Desire" (europäische Erstaufführung, Regie: Anja Sündermann, musikalische Leitung: Patrick Summers), Jerome Kerns Musical "Show Boat" und Barbers "Vanessa" sowie in Zusammenarbeit mit dem Festival "Musica" 1998 Rautavaaras "Aleksis Kivi", 2000 die Uraufführung des Auftragswerks "Héloïse et Abélard" von Ahmed Essyads und 2002 Philip Glass’ "Akhnaten". 1998 gründete B. das Opernstudio "Les Jeunes Voix du Rhin" in Colmar, das in einem einjährigen Studiengang die Absolventinnen und Absolventen mit dramatischem Unterricht, einer Eigenproduktion und Auftritten an der Opéra auf die Bühnenlaufbahn vorbereitet. Seit 2003 ist B. als Nachfolger von →Dominique Mentha Direktor der Volksoper Wien, wo er neben Operetten und Werken des frühen 20. Jahrhunderts die Spieloper pflegt. Ihm zur Seite stehen Giorgio Madia als Leiter des Balletts und Marc Piollet als Musikdirektor.



Autorin: Nina Debrunner



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Debrunner, Nina: Rudolf Berger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 166–167.

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