Rudolf Gmür

Aus Theaterlexikon
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* 17.5.1857 Tübach SG, † 16.9.1921 Jena (D). Vater der Schauspielerin →Walburga G. ∞ Amelia Harloff, Sängerin.

Zunächst Studium der Architektur und Tätigkeit als Architekt und Kunstmaler, dann Gesangsausbildung in Paris, Mailand, München und Frankfurt am Main. Engagements 1888/89 am Thalia-Theater Rostock, 1889/90 am Stadttheater Lübeck, 1890–93 am Stadttheater Strassburg im Elsass, 1895 bis zu seinem Tod am Grossherzoglichen Hoftheater/Deutschen Nationaltheater Weimar. Der Bass-Bariton G. fand seine wichtigsten Aufgaben im Fach für Heldenbariton und Bassbuffo. Grosse Erfolge errang er unter anderem als Don Pizarro in Beethovens "Fidelio", Escamillo in Bizets "Carmen", Méphistophélès in Gounods "Faust", Kühleborn in Lortzings "Undine" und Baculus in dessen "Wildschütz", in den Titelpartien von Heinrich Marschners "Hans Heiling", Mozarts "Don Giovanni", Viktor Ernst Nesslers "Der Rattenfänger von Hameln", Rossinis "Guillaume Tell", Donizettis "Don Pasquale" sowie als Abul Hassan in Peter Cornelius’ "Der Barbier von Bagdad", Sir John Falstaff in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", Dr. Bartolo in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" und Baron Ochs in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier". Zu seinem bevorzugten Repertoire zählten ausserdem die Opern →Richard Wagners. Er sang nicht nur die Titelpartie in "Der fliegende Holländer", sondern hatte sich im Laufe seiner Karriere auch Wotan, Wanderer, Alberich und Hagen in "Der Ring des Nibelungen" sowie Hans Sachs in "Die Meistersinger von Nürnberg" erarbeitet. Gastspiele führten G. unter anderem an die Hofoper Dresden (1908), an die Opernhäuser von Frankfurt am Main (1899), Hamburg (1907), Köln (1908), Leipzig (1908), an die Covent Garden Opera London (1913 als Baron Ochs), ans →Stadttheater Luzern (1889), an die Hofoper München (1889), ans →Stadttheater St. Gallen (letztmals 1904), nach Schwerin (1888), ans →Aktientheater Zürich (1889 Escamillo) sowie ans →Stadttheater Zürich (unter anderem 1908 Abul Hassan). G. wirkte in Weimar auch als Opernregisseur und trat – häufig zusammen mit Harloff – als Konzertsänger auf.

Auszeichnungen

  • um 1901 Ernennung zum Kammersänger in Weimar.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Rudolf Gmür, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 725.

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