Rudolf Jung

Aus Theaterlexikon
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* 27.7.1882 Winterthur ZH, † 15.12.1958 Lausanne VD. Vetter des Psychoanalytikers Carl Gustav Jung.

Studium am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main. Engagements 1911–13 am Grossherzoglichen Hof- und Nationaltheater Mannheim, 1913–15 am Stadttheater Freiburg im Breisgau, 1915–20 am →Stadttheater Bern, 1917–19 gleichzeitig am →Stadttheater Zürich, 1920/21 an der Staatsoper Wien, 1922/23 am Württembergischen Landestheater Stuttgart, 1925–27 am Friedrich-Theater Dessau. Bis zirka 1930 Gastverpflichtungen an den Stadttheatern von Basel, Bern und Zürich sowie in den USA. J. galt als Sänger mit exzellenter Diktion, einer schönen, baritonal gefärbten Tenorstimme und einer imponierenden Bühnenerscheinung. In erster Linie gehörten alle Wagner’schen Heldentenorrollen – inklusive der Titelpartie im "Rienzi"– zu seinem sonst eher kleinen Repertoire. Darin finden sich unter anderem Florestan in Beethovens "Fidelio", Don José in Bizets "Carmen", Samson in Saint-Saëns’ "Samson et Dalila", Elis in Schrekers "Der Schatzgräber" sowie die Titelpartie in Verdis "Otello". Am Stadttheater Bern sang J. 1916 in der Uraufführung von →Hans Hubers "Die schöne Bellinda" den Enzio und am Stadttheater Zürich 1919 in derjenigen von →Othmar Schoecks "Don Ranudo" den Gonzalo de las Minas. J. wirkte auch als Konzertsänger.

Auszeichnungen

  • Ernennung zum Kammersänger in Deutschland.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Rudolf Jung, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 945.

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