Rudolf Schwarz

Aus Theaterlexikon
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* 6.12.1879 Basel, † 13.6.1945 Cully VD.

Nach dem Gymnasium in Basel studierte S. erst Philosophie, dann Theologie in Genf, Marburg und Basel. 1904–16 war er im thurgauischen Basadingen und 1916–24 in Münchenstein als Pfarrer tätig. Seit 1905 in der Antialkoholbewegung aktiv, wurde S. 1925 Redaktor der Zeitschrift "Das Blaue Kreuz". Für die Abstinentenbewegung verfasste er zahlreiche Stücke, zumeist in Mundart gehaltene Einakter. Daneben entstanden weitere Schauspiele, die von S.s sozialreformerischer und stärker noch von seiner christlichen Weltanschauung beeinflusst sind. Oft handelt es sich dabei um Dramatisierungen biblischer Legenden, in denen die Frage nach einer gerechten Gesellschaftsordnung aufgeworfen wird. In vielen seiner Dramen spielen Frauen eine tragende Rolle. Sein einaktiges Passionsspiel "Mütter" (1934 publiziert unter dem Titel "Die Mutter des Gestas"), das zu Ostern 1931 am →Stadttheater Basel in der Regie von Gottfried Falkenhausen uraufgeführt wurde, besteht ausschliesslich aus Frauenrollen. S. setzte sich mit verschiedenen Publikationen für das Frauenstimmrecht ein, so auch mit dem Dialektstück "Propaganda im Hausgang" (1931), das von der zentralen Frauen­agitationskommission der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz herausgegeben wurde. Weitere Bühnenwerke (Auswahl): "Der Leuchter" (1929), "Mitschuldig" (1930), "Gerechtigkeit" (1935), "Neue Gerechtigkeit" (1938), "Die andere Gewalt" (1936), "Die grosse Einladung" (1938), "Frühlingsglaube" (1943). S. schrieb auch Romane und Erzählungen.



Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Rudolf Schwarz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1650.

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