Ruth Rohner

Aus Theaterlexikon
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* 18.9.1935 Zürich.

Gesangsstudium am Konservatorium Winterthur und in Amsterdam. Engagements 1960/61 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, 1960–62 an der Wiener Kammeroper und 1962–96 am Stadttheater/→Opernhaus Zürich. R. begann ihre Karriere als Mezzosopran. Während sie in den ersten zwei Zürcher Jahren noch Altpartien wie etwa Czipra in Johann Strauß’ "Der Zigeunerbaron" und Frau Reich in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor" sang, gehörte ab 1964 das Fach der Opernsoubrette zu ihrem Wirkungskreis. In späteren Jahren kamen hin und wieder lyrische Sopranpartien hinzu. Ihre frische, junge Stimme und eine jugendliche Erscheinung blieben R. bis zum Ende ihrer Bühnenlaufbahn erhalten. Höhepunkte in ihrem Rollenkatalog waren unter anderem Marzelline in Beethovens "Fidelio", Olga Sukarew in Giordanos "Fedora", Gretel in Humperdincks "Hänsel und Gretel", die Mozart-Partien Despina in "Così fan tutte", Zerlina in "Don Giovanni" und Blonde in "Die Entführung aus dem Serail", Frau Fluth in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", Musetta in Puccinis "La Bohème", Zdenka in Richard Strauss’ "Arabella" und Nannetta in Verdis "Falstaff". Ausserdem wirkte sie in Zürich in mehreren Uraufführungen mit, unter anderem 1967 als Félicité/Stimme der Virginie in →Heinrich Sutermeisters "Madame Bovary" (Regie: →Michael Hampe, musikalische Leitung: Reinhard Peters) und 1977 als Frau Enggibi in →Rudolf Kelterborns "Ein Engel kommt nach Babylon" (Regie: Götz Friedrich, musikalische Leitung: →Ferdinand Leitner). Gelegentliche Gastspiele führten sie unter anderem an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Hamburgische Staatsoper (Yniold in Debussys "Pelléas et Mélisande"), an die Kölner Oper, an die Bayerische Staatsoper München (erste Dame in Mozarts "Die Zauberflöte") und an das Théâtre des Champs-Elysées Paris (Leitmetzerin in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier"). Sang auch in Konzerten. Pädagogische Tätigkeit privat sowie am Konservatorium und an der Musikhochschule Zürich.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Ruth Rohner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1514–1515.

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