Ruth Weber

Aus Theaterlexikon
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* 11.12.1943 Basel.

Ausbildung ab 1951 bei Walter Kleiber, →Edith Wiegand und →Trudy Hadorn und ab 1955 bei Marianne Parnitsky an der Theatertanzschule des →Stadttheaters Basel. 1958–64 war sie Tänzerin am Stadttheater Basel unter →Wazlaw Orlikowsky, tanzte ab 1959 kleine Soli, erhielt nach der Interpretation der Fliederfee in "Dornröschen" (Musik: Tschaikowsky) 1962 einen Solistenvertrag und übernahm Hauptrollen in "Giselle" (Musik: Adam), "Cinderella" (Musik: Prokofjew) und "Abraxas" (Musik: Egk). 1964/65 wechselte sie zu Het Nationale Ballet Amsterdam unter Sonia Gaskell, erweiterte ihr Repertoire um Rollen in Werken von George Balanchine, Michail Fokine, Kurt Jooss und →Serge Lifar und erarbeitete sich unter Igor Belski den "Schwanensee" (Musik: Tschaikowsky). Zurück am Stadttheater Basel interpretierte sie 1966–69 die grossen Ballerinenrollen, kreierte aber auch die Titelrolle in der Uraufführung des von Orlikowsky für sie geschaffenen "Dorian Gray" (Musik: →Max Lang). 1969/70 war sie an der National Oper Tel Aviv engagiert. Am →Grand Théâtre in Genf tanzte sie 1970–72 unter →Alfonso Cata, arbeitete auch persönlich mit Balanchine zusammen, brillierte in →Hans Meisters Einstudierung von "Raymonda" (Musik: Glasunow) und kreierte 1972 die weibliche Hauptrolle in →Heinz Spoerlis "Le Chemin" (Musik: →Éric Gaudibert). 1973/74 folgte W. Cata ans Ballett der Städtischen Bühnen Frankfurt am Main und 1975–78 Spoerli ans Ballett der →Basler Theater. Hier interpretierte sie unzählige Hauptrollen, so Titania in "Ein Sommernachtstraum" (Musik: Mendelssohn Bartholdy), Julia in "Romeo und Julia" (Musik: Prokofjew), Giselle und Myrtha in "Giselle" (Musik: Adam). Seit 1967 trat sie auch als Gastsolistin in Berlin, Graz, Frankfurt, Karlsruhe, Nervi, Genf und Bern auf. 1978 hörte W. auf zu tanzen und begann eine Pädagogikausbildung. Sie erwarb 1979 das Lehrerzertifikat der Society of Russian Style Ballet, besuchte Kurse bei Ursula Borrmann und unterrichtete an der Klubschule Migros, der →Colombo Dance Factory Zürich, der →Scuola Teatro Dimitri Verscio sowie in weiteren Schweizer Städten, in Como und im finnischen Kuopio. 1992/93 absolvierte sie auf Einladung von Irina Trofimova an der Vaganova-Akademie in St. Petersburg einen ganzjährigen Lehrerkurs und gibt ihr immenses Wissen seither in Italien, Finnland, Deutschland, Kanada und Holland weiter. Seit 2000 unterrichtet W. an der →SBBS beziehungsweise am Departement Tanz der →Hochschule für Musik und Theater Zürich.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Ruth Weber, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2055.