Sándor Némethy

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* 9.9.1948 Mateszalka (H). ∞ Margrit Hab­egger, Tänzerin und Pädagogin.

Während neun Jahren Berufsausbildung mit Diplomabschluss an der Staatlichen Ballettakademie in Budapest. Engagement an der Budapester Staatsoper. Nach Auszeichnung beim Internationalen Ballettwettbewerb in Varna Weiterbildung und Gastauftritte am Bolschoi Theater Moskau. 1972/73 Solist an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg; 1973–75 erster Solist bei Het Nationale Ballet Amsterdam. N. war 1975–98 Solist am →Opernhaus Zürich unter →Hans Meister, →Patricia Neary, →Uwe ­Scholz, ­→Bernd Roger Bienert und →Heinz Spoerli. Seine tänzerischen Interpretationen der grossen Partien sowohl des klassischen Repertoires als auch in zahlreichen Neuschöpfungen zeichneten sich stets durch Eleganz und besonderes Formgefühl aus. Wichtige Rollen: 1975/76 Colas in Frederick Ashtons "La Fille mal gardée" (Musik: Ferdinand Hérold, bearbeitet von John Lanchbery) und Amyntas in László Seregis "Sylvia" (Musik: Delibes); 1976/77 Titelrolle in Meisters "Der Nussknacker" (Musik: Tschaikowsky); 1977/78 Franz in Imre Keres’ "Coppélia" (Musik: Delibes); 1979/80 Basil in Rudolf Nurejews "Don Quixote"­ (Musik: Ludwig Minkus); 1980/81 Herzog Albrecht in Spoer­lis "Giselle" (Musik: Adam); 1981/82 Shelley in Nurejews "Manfred" (Musik: Tschaikowsky) und der Prinz in Valery Panovs "Cinderella" (Musik: Prokofjew) sowie in rund zehn Choreografien von Balanchine. Unter Scholz tanzte N. Hauptrollen in dessen Choreografien "Die Schöpfung" (Musik: Haydn), "Dornröschen" (Musik: Tschaikowsky), "Die tausend Grüsse" (Musik: Robert Schumann), "Petruschka" (Musik: Strawinsky), "Rot und Schwarz" (Musik: Berlioz), "Der wunderbare Mandarin" (Musik: Bartók) und "Coppélia" sowie Romeo in John Crankos "Romeo und Julia" (Musik: Prokofjew) und Gurn in August Bournonvilles "La Sylphide" (Musik: Løvenskjold). Bienert choreografierte für ihn 1993/94 «Thé ­dansant» (Musik: Bach) und setzte ihn in "Unruhiges Wohnen" (Musik: Roman Haubenstock-Ramati) und "2trazoM" (Musik: Mozart) sowie in Arthur Saint-Léons "La Vivandière"-Pas-de-six (Musik: Jean-Baptiste Nadaud/Cesare Pugni) ein. Daneben Gastsolist in Oslo, Helsinki, Göteborg, Hannover, Amsterdam und Berlin. 1991–94 Ausbildung zum Ballettmeister an der Ungarischen Tanzhochschule Budapest. Gastlehrer und Ballettmeister in Budapest, Wien, Düsseldorf, Hannover, Helsinki, Oslo, Göteburg, Verona, Neapel, Basel und Genf. 1999–2001 Proben- und Trainingsleiter am Ballett der Staatsoper Wien, seit 2002 in gleicher Position am Ballett der Deutschen Staatsoper Berlin.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Sándor Némethy, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1315.

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