Sándor Veress

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* 1.2.1907 Klausenburg (Cluj-Napoca, heute: RO), † 4.3.1992 Bern.

Studium an der Franz-Liszt-Akademie für Musik in Budapest (Komposition bei Zoltán Kodály und Klavier bei Bartók). Assistent Bartóks an der Musikabteilung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (musikethnologische Studien, Forschungsreisen unter anderem nach Moldawien). Musikpädagogische Studien in Berlin und London. 1943–49 als Nachfolger Kodálys Professor für Komposition an der Hochschule für Musik in Budapest. 1949 Reise nach Rom und Stockholm, wo V.s Ballett "Térszili Katicza" aufgeführt wurde. Als ihn im selben Jahr der Ruf als Gastprofessor an die Universität Bern erreichte, entschied er sich für die Übersiedlung in die Schweiz. 1950–81 Dozent für Musiktheorie, Komposition und allgemeine Pädagogik am →Konservatorium für Musik/→Konservatorium für Musik und Theater Bern. 1968–77 an der Universität Bern zunächst als Extraordinarius und ab 1971 als Ordinarius für Musikwissenschaft (Musik des 20. Jahrhunderts, Musikethnologie). Zu seinen Schülern gehörten unter anderem →Heinz Holliger, Urs Peter Schneider und →Jürg Wyttenbach. Für die Bühne komponierte Veress zwei einaktige Ballette, 1937 "A Csodafurulya" ("Die Wunderschalmei", Libretto: Béla Paulini, Choreografie: Aurel Milloss, Uraufführung 1940 in Rom) und 1943 "Térszili Katicza" ("Katicza von Térszil", Libretto: Aurel Milloss und István Pekáry, Choreografie: Milloss, Uraufführung 1949 in Stockholm). Die Musik von Veress rekurriert ebenso auf die ungarische Volksmusik wie die Sujets der beiden Märchen, auf denen die Libretti basieren. Weitere dramatische Werke: 1931 die unveröffentlichte Kinderoper "Hangjegyek lázadása" ("Revolte der Musiknoten"), Bühnen- und Radiomusiken sowie 1948 die – unveröffentlichte – Filmmusik zu "Talpalatnyi föld" ("Ein Stück Erde", Regie: Frigyes Bán). Veröffentlichung zahlreicher Schriften, eine Auswahl ist enthalten in "Aufsätze, Vorträge, Briefe", herausgegeben von Andreas Traub, 1998.

Auszeichnungen

  • 1976 Musikpreis des Kantons Bern,
  • 1985 Bartók-Pásztory-Musik-Preis Budapest,
  • 1986 Komponistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins,
  • 1987 Musikpreis der Stadt Bern,
  • 1991 Bannerorden mit Rubinen der Republik Ungarn,
  • Ehrenprofessortitel der Franz-Liszt-Musikhochschule Budapest.

Literatur

  • Traub, Andreas (Hg.): S. V. Festschrift zum 80. Geburtstag, 1986.

Nachlass

  • Paul Sacher Stiftung, Basel.


Autor: Hanspeter Renggli



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Renggli, Hanspeter: Sándor, Veress, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1999.

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