Samuel Friedmann

Aus Theaterlexikon
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* 22.2.1940 Charkow (heute: UA).

Musikstudium an den Konservatorien Charkow (Violindiplom 1964) und Leningrad (Dirigentendiplom 1966). 1971 Preisträger des nationalen Dirigentenwettbewerbs in Moskau. Als Chefdirigent leitete F. 1973–75 das Symphonieorchester Haifa und 1979–83 die Württembergische Philharmonie Reutlingen. 1983–89 wirkte er – in der Nachfolge von Kurt Brass – als Chefdirigent und musikalischer Oberleiter am →Stadttheater St. Gallen, wo er sich bereits 1981 mit Rossinis "Il barbiere di Siviglia" und 1982 mit Puccinis "Madama Butterfly" eingeführt hatte. Sein erfolgreiches Debüt als Chefdirigent hatte F. 1983 mit Verdis "Otello", noch in der gleichen Spielzeit leitete er Johann Strauß’ "Die Fledermaus" und Puccinis "Tosca". In der Folge dirigierte F. unter anderem Bellinis "Norma", Bizets "Carmen", Donizettis "Lucia di Lammermoor", Mozarts "Così fan tutte", Puccinis "La Bohème", Schostakowitschs "Katerina Ismailowa", Schrekers "Der Schatzgräber", die Verdi-Opern "La forza del destino" und "La Traviata", Zemlinskys "Kleider machen Leute", zwei Ballettabende mit Werken von Debussy ("Prélude à l’après-midi d’un faune"), Schostakowitsch (Klavierkonzert Nr. 1), Bizet/Schtschedrin (Carmen-Suite) und Tschaikowsky ("Der Nussknacker") sowie 1985 die Schweizer Erstaufführung von Rimski-Korsakows "Die Zarenbraut" (Regie: Robert Hoyem). F. leitete in St. Gallen ausserdem verschiedene Galakonzerte mit Sängern wie José Carreras, Montserrat Caballé, René Kollo und Agnes Baltsa. Seine Dirigate waren geprägt von packender Intensität. Seit 1989 wirkt F. als freischaffender Konzertdirigent und gastiert von seinem Wohnort St. Gallen aus bei zahlreichen Symphonie- und Kammerorchestern in Europa, Asien, Südafrika und den USA. Zahlreiche Einspielungen auf Tonträger.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Samuel Friedmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 643.

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