Sandra Warfield

Aus Theaterlexikon
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* 6.8.1929 Kansas City (USA), eigentlich Flora-Jean Bornstein. ∞ →James McCracken, Opernsänger. Mutter der Sängerin Ahna McCracken-Bogyo.

Gesangsstudien in Kansas City, New York, Mailand und Konstanz. Engagements 1953–57 an der Metropolitan Opera New York und 1960–70 zunächst fest, dann als ständiger Gast am Stadttheater/→Opernhaus Zürich. Die dramatische Mezzosopranistin W. gehörte zu einer Gruppe junger amerikanischer Sänger, die Direktor →Herbert Graf nach Zürich holte. Nach Frau Raskolnikow in →Heinrich Sutermeisters "Raskolnikow" und Dorabella in Mozarts "Così fan tutte" gelang ihr an der Seite ihres Mannes als Dalila in Saint-Saëns’ "Samson et Dalila" ein sensationeller Erfolg. Weitere bemerkenswerte Auftritte hatte W. in Zürich als Oberon in der Schweizer Erstaufführung von Brittens "A Midsummer Night’s Dream" (1961, Regie: Josef Gielen, musikalische Leitung: →Victor Reinshagen), Katerina in der Uraufführung von Martinůs "Griechische Passion" (1961, Regie: Graf, musikalische Leitung: →Paul Sacher) sowie Orfeo in Glucks "Orfeo ed Euridice", Fidès in Meyerbeers "Le Prophète", Mutter in Menottis Kinderoper "Amahl and the Night Visitors", Octavian in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", Amneris in Verdis "Aida" und Azucena in dessen "Trovatore". W.s grösster Erfolg in Zürich wurde jedoch ihre Gestaltung der Titelpartie in Bizets "Carmen", die sie während sechs Spielzeiten verkörperte. Ein letztes Mal trat sie in Zürich am 27.6.1982 anlässlich der Abschiedsvorstellung vor dem Umbau des Opernhauses auf und sang die Habanera aus "Carmen". In der Schweiz gastierte W. nur am →Grand Théâtre in Genf unter der Direktion von Graf (1966/67 als Orfeo, 1967/68 als Fricka in →Richard Wagners "Das Rheingold" und "Die Walküre" sowie 1968/69 als Azucena). Internationale Gastverpflichtungen unter anderem am Gran Teatre del Liceu Barcelona (1970 Dalila), an der Deutschen Oper Berlin (1967 Fidès), in Cincinnati, Marseille, Miami, New Orleans, an der Metropolitan Opera New York (unter anderem 1972 Dalila), in Nizza, Perugia, Philadelphia, San Francisco (1963 Dalila), Seattle (1966 Santuzza in Mascagnis "Cavalleria rusticana"), am Teatro la Fenice in Venedig (1962/63 Principessa Eboli in Verdis "Don Carlo") und an der Staatsoper Wien (1959 Ulrica in Verdis "Un ballo in maschera", 1965 Amneris, 1965–67 Azucena). Mehrere Einspielungen auf Tonträger. W. trat auch als Konzertsängerin auf.

Literatur

  • Speiser, Irène: S. W. In: Zelger-Vogt, Marianne/Honegger, Andreas: Stadttheater – Opernhaus, 1991.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Sandra Warfield, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2051–2052.

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