Schweizer Opernstudio, Biel BE

Aus Theaterlexikon
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Das S. wurde 1986 auf Anregung mehrerer Gesangspädagoginnen und -pädagogen sowie der Leitung des →Musiktheaters der Orchestergesellschaft Biel als "Musiktheaterwerkstatt" des Konservatoriums Biel gegründet. Samuel Dähler, Direktor des Konservatoriums, schuf die Abteilung "Opernstudio", in dem ein viersemestriger Nachdiplomstudiengang für Sängerinnen und Sänger angeboten wurde. Leiter des Studios wurde →Martin Markun, der auch an der →Musik-Akademie der Stadt Basel am Studio für Operngesang unterrichtete und 1989–96 künstlerischer Leiter des Musiktheaters der Orchestergesellschaft Biel war. Dadurch waren die Voraussetzungen für die zentrale Zusammenarbeit zwischen dem Opernstudio und dem Musiktheater in Biel (seit 2002 →Theater Biel Solothurn) gegeben. Bereits um 1990 – Markun hatte zusätzlich einen Lehrauftrag am Konservatorium Zürich angenommen – konnte die Unterstützung weiterer Schweizer Konservatorien gewonnen werden, so dass das Studio auch Studenten von Basel, Bern, Genf und Zürich offen stand. Durch die Gründung der Stiftung "Junge Schweizer Oper" 1992 wurde die enge Zusammenarbeit mit dem Musiktheater in Biel institutionalisiert. Das S. bietet den Studierenden die Chance zu vielfältiger Bühnenpraxis, da sie die Möglichkeit haben, in Produktionen des Bieler Musiktheaters mitzuwirken, oft mit Nachfolgeverträgen. Die kleine Bühne bietet hierfür ideale Bedingungen. Markun schuf schrittweise den Ausbildungsgang mit den Fächern Szenischer Unterricht, Korrepetition, Angewandte Sprache, Schauspiel, Körpertechnik, Tanz und Operngeschichte. Seit 2002 ist Mathias Behrends als Nachfolger von Markun Leiter des S. Am Studio (für insgesamt dreizehn Studierende) unterrichteten unter anderen der Regisseur Franz Weber, die Dirigenten →Franco Trinca (musikalischer Leiter) und →Baldo Podic, der Komponist und Dirigent →Jost Meier (Projekte), der Theaterpädagoge Thomas Härtner, die Sprachpädagogin Esther de Bros und der Tanzpädagoge Kurt Dreyer. Die Diplomprüfung beinhaltet neben einer internen Prüfung einen Auftritt in einer Musiktheater-Produktion. Nach der Schliessung des Opernstudios der Musik-Akademie der Stadt Basel 1998 wurde das Bieler Opernstudio in S. umbenannt, 1999 erhielt es Hochschulstatus. Seit 2003 ist es Teil der →Hochschule der Künste Bern.

Literatur

  • Gerber, Frank: Wer singt morgen die Ariadne? Nachwuchsförderung am Bieler Musiktheater: Das Opernstudio und die Stiftung Junge Schweizer Oper. In: Koslowski, Stefan/Kotte, Andreas/Sorg, Reto (Hg.): Theater. Berner Almanach, Bd. 3, 2000.


Autor: Hanspeter Renggli



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Renggli, Hanspeter: Schweizer Opernstudio, Biel BE, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1660.