Sibylle Krumpholz

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* 31.8.1910 Wien (A), † 4.5.2002 Innerberg BE. ∞  Werner Dübi, Schauspieler und stellvertretender Direktor von Radio Studio Bern.

1928–34 Gesangsausbildung am Neuen Wiener Konservatorium. Debüt 1933 bei den Salzburger Festspielen als Puck in Webers "Oberon". Engagements 1934–37 und 1938–46 am →Stadttheater Bern, 1937/38 am Opernhaus Graz. Ihr Repertoire wies Partien vom lyrischen bis zum dramatischen Alt und Mezzosopran auf. In Bern wurde K. unter anderem als Carmen und Djamileh in Bizets gleichnamigen Opern gefeiert, als Kontschakowna in Borodins "Fürst Igor", Orfeo in Glucks "Orfeo ed Euridice", Cherubino in Mozarts "Le nozze di Figaro", in der Titelrolle von Schubert/→Otto Maag/→Felix Weingartners "Schneewittchen", als Octavian in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", in den Verdi-Partien Amneris in "Aida", Ulrica in "Un ballo in maschera", Eboli in "Don Carlo", Azucena in "Il Trovatore", als Erda und Brangäne in →Richard Wagners "Siegfried" und "Tristan und Isolde" sowie als Königin in Jaromír Weinbergers "Schwanda der Dudelsackpfeifer". Sie sang ausserdem 1947 die Irre in der Uraufführung von →Walter Furrers "Der Faun" (Regie: →Stephan Beinl, musikalische Leitung: →Otto Ackermann) sowie Solocha beziehungsweise Marfa in den Schweizer Erstaufführungen von Tschaikowskys "Die goldenen Schuhe" (1934, Regie: →Hans Zimmermann, musikalische Leitung: →Luc Balmer) und Mussorgskys "Chowanschtschina" (1945, Regie und musikalische Leitung: Ackermann). Zwischen 1936 und 1958 häufiger Gast am →Stadttheater Zürich (unter anderem als Amneris, Azucena, Schneewittchen, Octavian, Prinz Orlofsky in Johann Strauß’ "Die Fledermaus" und Czipra in dessen "Zigeunerbaron"). Weitere Gastspiele in Barcelona (1948), am →Stadttheater Basel, am →Grand Théâtre in Genf (1965 Wucherin in →Heinrich Sutermeisters "Raskolnikow"), bei den Festwochen Interlaken, am →Théâtre Municipal in Lausanne (1942), am →Stadttheater Luzern, am →Stadttheater St. Gallen (1949–57) und an der Wiener Staatsoper in der Volksoper (1948). Verpflichtungen bei der Berner Radio-Oper (unter anderem als Kabanicha in Janáčeks "Katja Kabanowa") und Tätigkeit als Konzertsängerin. K. besass eine glanzvolle, samten timbrierte Stimme und beeindruckte durch grosse szenische Intensität.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Sibylle Krumpholz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1041–1042.

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