Siegfried Süssenguth

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* 23.3.1905 Senftenberg/Lausitz (D), † 22.9.1977 Solothurn. Bruder von Walther S. und →Arnim Waldeck-S., beide Schauspieler, ∞ →Berthe Weber, Schauspielerin.

Erstes Engagement als Inspizient, Schauspieler und Bibliothekar 1920/21 am Thüringischen Städtebundtheater Ilmenau unter der Direktion von Arthur Waldeck-S. In den Folgejahren war S. an verschiedenen deutschen Bühnen in Schönebeck an der Elbe, Glogau, Esslingen, Ingolstadt, Schweidnitz und Eger engagiert. 1931–33 Schauspieler und Spielleiter der Operette am Stadttheater Elbing, 1933/34 am Stadttheater Freiberg in Sachsen, 1934–36 am Grenzlandtheater Flensburg. 1936–38 stellvertretender Direktor und Operspielleiter am Stadttheater Brüx in der Tschechoslowakei. 1938–44 Schauspieldirektor an der Städtischen Bühne/am Tiroler Landestheater Innsbruck, 1947–49 Schauspieler am →Städtebundtheater Biel-Solothurn unter der Direktion von →Leo Delsen. 1949–52 Oberspielleiter des Schauspiels am Tiroler Landestheater Innsbruck, 1952–55 Oberspielleiter und Schauspieler am Stadttheater Saarbrücken. 1955–70 war S. als Schauspieler und Regisseur, später auch als Oberspielleiter des Schauspiels erneut am Städtebundtheater Biel-Solothurn unter den Direktoren →Markus Breitner, Carl-Heinrich Kreith und Heinz Zimmermann verpflichtet. 1956–77 war S. auch regelmässig am →Sommertheater Winterthur unter der Direktion von Breitner als Schauspieler und Regisseur tätig, in den sechziger Jahren ausserdem ständiger Gast am Tiroler Landestheater Innsbruck. Hinzu kamen Gastverpflichtungen am →Atelier-Theater Bern und wiederholt am →Stadttheater Chur sowie Radiotätigkeit und privater Schauspielunterricht. In der Schweiz trat er in über 150 Rollen auf und betreute als Regisseur um die hundert Inszenierungen. Zu seinen wichtigsten Regiearbeiten gehörten am Städtebundtheater Biel-Solothurn: 1947 Shakespeares "Macbeth", 1948 Goethes "Faust", 1955 Millers "Hexenjagd", 1956 Williams’ "Die Glasmenagerie", 1957 Frances Goodrich/Albert Hacketts "Das Tagebuch der Anne Frank" und Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos", 1959 →Friedrich Dürrenmatts "Romulus der Grosse" und →Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter" in der Fassung mit einem Nachspiel sowie Shakespeares "Hamlet", 1961 Ionescos "Die Nashörner", 1961 die Uraufführung von →Pierre Bürkis "Der Stichtag", 1962 Frischs "Andorra", 1967 Becketts "Warten auf Godot", 1969 Dürrenmatts "Play Strindberg". In Winterthur inszenierte er unter anderem 1974 William Congreves "Liebe für Liebe". Wesentliche Rollen am Städtebundtheater Biel-Solothurn: 1947 Titelrolle in Shakespeares "Macbeth", 1955 Wurm in Schillers "Kabale und Liebe", 1956 Mephisto in Goethes "Urfaust", 1957 Jago in Shakespeares "Othello" und Spielleiter in Wilders "Unsere kleine Stadt", 1958 Narr in Shakespeares "Wie es euch gefällt", 1959 Higgins in Shaws "Pygmalion", 1960 Tartuffe in Molières gleichnamiger Komödie, 1968 Harpagon in Molières "Der Geizige", 1969 Edgar in Dürrenmatts "Play Strindberg". In Winterthur spielte S. unter anderem 1973 den Pianisten Gustav Heink in Hermann Bahrs Komödie "Das Konzert" und 1974 Papst Albert IV. in João Bethencourts "Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde".



Autor: Thomas Waldmann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Waldmann, Thomas: Siegfried Süssenguth, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1778.

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