Sigurd Leeder

Aus Theaterlexikon
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* 14.8.1902 Hamburg (D), † 20.6.1981 Herisau AR.

Autodidakt, Engagement als Schauspieler und Tänzer an den Hamburger Kammerspielen, eigene Choreografien seit 1921, Soloabende und Tournee mit Jutta von Collande. 1924–47 war er engster Mitarbeiter und Partner von Kurt Jooss, zuerst mit gemeinsamen Tanzabenden als "Zwei Tänzer" dann als Ballettmeister und erster Tänzer in Münster. Ab 1927 bauten sie zusammen in Essen die Folkwang-Schule und das Folkwang-Tanz-Theater-Studio auf, die späteren Ballets Jooss, wo L. Tänzer und Ballettmeister war. Nach der Emigration 1934 leiteten sie gemeinsam die Jooss-Leeder-Schule in Dartington Hall (GB). L. analysierte Bewegungen mit seltener Präzision, erfand dafür neue Zeichen und leistete so einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Kinetografie Labans. In dieser Bewegungsnotation sind seine grundlegenden Etüden in Tanztechnik, Eukinetik und Choreutik aufgezeichnet. L. war ein begnadeter Pädagoge, was er als erster Fachlehrer in Essen und Dartington Hall und bei zahllosen internationalen Gastkursen bewies. 1947 gründete er in London eine eigene Schule mit Studiogruppe, die er 1959 seinen Assistentinnen übergab. 1959–64 leitete L. die Tanzabteilung der Universität von Santiago de Chile, von 1964 bis zu seinem Tod gab er sein immenses Wissen gemeinsam mit →Grete Müller an der Sigurd Leeder School of Dance in Herisau an eine internationale Schülerschar und viele Schweizer Tanzschaffende weiter.

Literatur

  • 25 Jahre S. L. School of Dance, 1972.
  • Festschrift zum 30jährigen Schuljubiläum, 1977.
  • Müller, Grete: S. L. Tänzer, Pädagoge und Choreograf. Leben und Werk, 2001.

Nachlass

  • Sigurd Leeder School of Dance, Herisau.


Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Sigurd Leeder, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1092–1093.

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