Silja Walter

Aus Theaterlexikon
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* 23.4.1919 Rickenbach SO. Tochter des Verlegers, Nationalrats und Schriftstellers Otto W., Schwester des Autors →Otto F. W.

Lehrerinnenseminar Menzingen, danach Literaturstudium an der Universität Freiburg, durch Krankheit bis 1945 jäh unterbrochen. 1945 Eintritt in die Zentrale der Schweizerischen Katholischen Jugendbewegung, 1948 Eintritt ins Kloster Fahr in Unterengstringen bei Zürich. W. lebt dort unter dem Namen Schwester Maria Hedwig OSB (= Ordinis Sancti Benedicti). Ebenso umfangreich wie ihr lyrisches und erzählerisches ist ihr mystisch geprägtes, symbolhaftes dramatisches Werk: 1944 schrieb W. ihre ersten geistlichen Spiele: unter anderen "Das Mädchen Ruth", "Der Frauenschuh", "St. Jakob an der Birs" und das "Wettinger Sternsingerspiel" (1955 in Wettingen uraufgeführt); 1963 erschien der Band "Gesammelte Spiele". "Der Turm der Salome" wurde 1976 vom →Theater Heddy Maria Wettstein in Zürich uraufgeführt, die meisten ihrer Stücke jedoch vom →Theater 58 in Zürich (Regie: →André Revelly): 1976 "Jan der Idiot" (1978 als "Jan, der Verrückte" gedruckt), eine Dramatisierung von Dostojewskis Roman "Der Idiot", 1980 "Sie kamen in die Stadt" (1997 Neufassung unter dem Titel "Stadt ohne Tod"), 1985 "Der achte Tag", 1993 "Der Engel". Die christlichen Stoffe sind auch immer wieder dem Kirchenjahr und Legenden entnommen: Das Osterspiel "Ich bin nicht mehr tot" (1974, Uraufführung 2004 in der reformierten Kirche in Zürich Witikon, Regie: Revelly), das Pfingstspiel "Der brennende Zeitvertreib" (1976), das "Mariazeller Wallfahrtsspiel" (1982), das Chronikspiel "Das Walserschiff", uraufgeführt unter der Regie von →Gian Gianotti 1984 auf dem Dorfplatz Splügen, das Dornacher Mysterienspiel "Der Dornbusch blüht" (1991), "Die Mauer ist offen" zum 100-Jahr-Jubiläum des Weinfelder Friedheims 1992, "Die Schöpfungswoche des Paracelsus" zur Paracelsus-Gedenkwoche in Einsiedeln 1993, "Wassertanz" (1994), ein Legendenspiel um die heilige Verena. Zudem verfasste sie das 1981 anlässlich der 500-Jahr-Feier des Kantons Solothurn aufgeführte Festspiel "Die Jahrhundert-Treppe". 1983 wurde ein Radiogespräch der Autorin mit ihrem Bruder unter dem Titel "Eine Insel finden" zum Buchbestseller. Ihre Gedichte haben Eingang ins neue Kirchengesangbuch gefunden. Seit 1999 gibt der Paulus Verlag in Freiburg eine Gesamtausgabe ihrer Werke heraus.

Auszeichnungen

  • 1967 Literaturpreis der Stadt Zürich,
  • 1968 und 1992 Preis der Schweizerischen Schillerstiftung,
  • 1971 Kunstpreis des Kantons Solothurn,
  • 1979 Auszeichnung für kulturelle Verdienste der Stadt Zürich,
  • 1981 Ehrengabe des Regierungsrats des Kantons Zürich,
  • 1991 der Stadt Zürich,
  • 1999 Literaturpreis der Kulturstiftung der UBS.

Literatur

  • Profos, Vreni: Die Berufung zum monastischen und im monastischen Leben im Werk von S. W. Dissertation der Universität Zürich, 1974.

Vorlass

  • Schweizerisches Literaturarchiv, Bern.


Autorin: Esther Ackermann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Ackermann, Esther: Silja Walter, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2048.

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