Smomos & Smomos Theater, Etzgen AG

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Freie Theatergruppe ohne eigene Spielstätte, Eigenproduktionen, zunächst vor allem Figuren- und Maskenspiel, seit 1988 ausschliesslich Sprechtheater; festes Kernensemble und Stückverträge

Das S. wurde 1979 in Etzgen unter dem Namen Theater Momo von →Werner Bodinek, →Vreni Cathomas, Verena Deiss und Jürg Hebeisen gegründet. Es folgten mehrfache Namensänderungen: 1986–91 Smomos Theater, 1991–93 gemeinsam mit →Yoyo Production unter dem Namen Fusyon und als S. von 1993 bis zur Auflösung 1997. Rechtsträger war ab 1980 der Verein Theater Momo beziehungsweise nach der ersten Umbenennung der Smomos Theaterverein. Das S. wurde grösstenteils durch jährliche Beiträge des Aargauer Kuratoriums zur Förderung des kulturellen Lebens finanziert. Seit Mitte der achtziger Jahre Betriebsführung und Organisa­tion durch Hebeisen und Brigitt Walser, seit Mitte der neunziger Jahre auch durch Esther Widmer. In den Anfangsjahren etwa gleiche Anteile von Kinder- und Erwachsenentheater. Die grosse Experimentierlust und die eigenwillige Ästhetik machten viele Produktionen erfolgreich. Unter den etwa dreissig Inszenierungen waren zahlreiche Ensembleproduktionen, beispielweise 1984 "Sonnige Nächte" (Regie: Hebeisen), 1986 das Musiktheaterprojekt "Bildersturm" mit →Fritz Hauser (Regie: Gerold P. Kohlmann), 1995 "Suisside. Heitere Geschichten rund ums Abtöten" (Regie: →Barbara Frey), 1996 "Der wunde Punkt" (Regie: Franz Kasperski) und 1997 "Silvia. Erika. Ruth."(Regie: Hebeisen). Ausserdem die Strassentheaterprojekte "momerie" (1982) und "momerie due" (1984). Das S. zeigte einige Schweizer Erstaufführungen, zum Beispiel 1991 William Mastrosimones "Eisen im Feuer" (Regie: Michael Ratynski), 1992 Christopher Durangs "Das Baby mit dem Bade" (Regie: Hubert Kramar), 1993 Jane Martins "Lebenszeichen" (Regie: Frey), ausserdem 1988 die Uraufführung von →Guido Bachmanns "selbander" (Regie: Hauser). Zum Repertoire gehörten unter anderem die folgenden Kinder- und Jugendtheaterproduktionen: 1981 "Günz, Mindel, Riss & Würm" (Koproduktion mit der →Innerstadtbühne Aarau) und 1982 "Dure bi Rot" (Regie beide: Lilo Zinder), dann unter der Regie von →Buschi Luginbühl 1983 die Ensembleproduktion "Heissi Ohre", 1985 "Lätzi Schätz" nach Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" und 1987 "Turandocht" nach Nizami sowie unter der Regie von Hebeisen 1987 die Ensembleproduktionen "cucumaz", 1989 "Dobro" und 1991 "De Fischer und sini Frau" sowie 1993 "De chli Prinz" nach Saint-Exupéry (Koregie: Claudio Brentini). Teilnahme an zahlreichen Kinder- und Jugendtheatertreffen, beispielsweise in Bremgarten, Luzern und St. Gallen; ausserdem am →Zürcher Theaterspektakel und am Internationalen Figurentheater-Festival in Oldenburg. Verbandsmitglied: →VTS, →ASTEJ und →KTV.



Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Smomos & Smomos Theater, Etzgen AG, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1692–1693, mit Abbildung auf S. 1693.