Spatz & Co., Baden AG

Aus Theaterlexikon
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Freie Gruppe ohne eigene Spielstätte, Kinder- und Jugendtheater

Die Gruppe S. wurde 1976 von →Jean Grädel und →Lilly Friedrich gegründet, um mit einem professionellen Ensemble Theater für Kinder und Jugendliche zu produzieren. 1976–88 war Grädel künstlerischer Leiter des S., danach 1989–91 Friedrich. 1993 wurde die Gruppe aufgelöst. In der Folge wurde in Baden die Gruppe →Zamt & Zunder gegründet, welche in neuer personeller Formierung Kinder- und Jugendtheaterstücke inszenierte. In seinen Produktionen thematisierte S. kinder- und jugendspezifische Themen, beispielsweise Kameradschaft, Angst, Erwachsenwerden, Liebe, Aggression und Drogen. S. zeigte seine Inszenierungen, die oft als Kollektivproduktionen entstanden, in Schweizer Kleintheatern und Schulen. Zu den Stücken wurde Begleitmaterial zusammengestellt. Ab Ende der achtziger Jahre inszenierte S. auch Produktionen für Erwachsene. Die Gruppe erarbeitete rund zwei Stücke pro Saison, unter anderem 1976 "D’Lumpesammler" nach Roberto Galve, 1977 "Spielverderber" nach Stefan Reisner (Regie beide: Grädel), 1978 "Help! Help!", 1979 "Strititis", 1980 "Blyb bi dir", 1981 "Highweh?", 1983 "Future – No Future" (Regie: →Buschi Luginbühl), 1984 "Chlini Truckli", 1985 "Zwei Frites mit", 1986 Stephen Poliakoffs "City Sugar", 1987 Volker Ludwig/Reiner Lückers "Dicke Luft" (Regie jeweils: Grädel) sowie Catherine Hayes "Die Töchter", 1988 José Trianas "Die Nacht der Mörder" (Regie beide: →Peter Holliger), 1989 Ovid/Nils Gredebys "Metamorphosen" (Regie: Hagnot Elischka), 1990 Heiner Müllers "Quartett" (Regie: Tobias Lange), 1992 René F. Ehrsams "Daily Countdown oder Wie g’Aids?"(Regie: Andreas Berger). S. zeigte seine Produktionen an diversen Festivals, unter anderem 1982 "Highweh?"am →Zürcher Theaterspektaktel. Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre war S. ein wichtiger kulturpolitischer Motor für das Kinder- und Jugendtheater in der Schweiz. So organisierte die Gruppe 1979 das erste Schweizerische Kinder- und Jugendtheatertreffen in Bremgarten. Nach drei weiteren Treffen in Bremgarten wurde dieser Anlass von der →ASTEJ übernommen und alternierend in verschiedenen Schweizer Städten durchgeführt. Finanziell unterstützt wurde S. unter anderem durch Beiträge des Aargauer Kuratoriums, der Stadt Baden, des Fördervereins "Pro Spatz" sowie von Stiftungen und Sponsoren.



Autor: Peter Arnold



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Arnold, Peter: Spatz & Co., Baden AG, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1707–1708, mit Abbildung auf S. 1708.